Lovelybooks-Event “Social Web”: Gedanken zur Nutzung von Social Media in der Buchbranche

Ges­tern fand im Münch­ner Lite­ra­tur­haus das bran­chen­über­grei­fende Lovelybooks-Event “Social Web: Der direkte Kon­takt zum Leser” statt. Zwar konnte ich lei­der nicht direkt teil­neh­men, aber dank Livestream und Twit­ter die Ver­an­stal­tung gut mit­ver­fol­gen. Ver­lags­mit­ar­bei­ter, Buch­händ­ler, Anti­quare, Auto­ren, Blog­ger und Buch­freunde tra­fen sich, um über die Mög­lich­kei­ten und den Nut­zen von Social Media in der Buch­bran­che zu dis­ku­tie­ren. In das Thema führte zu Beginn Lean­der Wat­tig mit sei­nem Vor­trag “Was ist das Social Web? Wel­che Tools sind wich­tig und was hat das eigent­lich mit Büchern zu tun?” ein. Nina Red­de­mann, bei Han­ser für den Bereich Online­mar­ke­ting zustän­dig, stellte in einem Fall­bei­spiel vor, wie Han­ser die Community-Plattform Face­book nutzte. Nach der Mit­tags­pause ging es mit Twit­ter wei­ter. Tho­mas Pfeif­fer von den webevangelisten.de erklärte die Funk­ti­ons­weise die­ses Micro­blog­ger­diens­tes. Einen Höhe­punkt stellte dabei die ers­ten Twit­ter­geh­ver­su­che des Kri­mi­au­to­ren Andreas Franz dar, dem extra für die Ver­an­stal­tung ein Account ein­ge­rich­tet wurde (@krimifranz, jetzt schon 118 Fol­lo­wers bei 2 Tweets, Stand: 6.2.2010). Ohne Zurück­hal­tung tat Franz seine Mei­nung über Twit­ter kund. Einen Sinn in der Nut­zung die­ses Social Media Tools sah er (noch) nicht. Im Inter­net ist er mit sei­ner Web­site und dem Mai­ling gut unter­wegs, meint er. Das Thema “Auto­ren im Social Web” setzte Mar­cus Rafels­ber­ger fort. Der PRler setzte zur Bewer­bung sei­nes Romans bewußt Online­mar­ke­ting ein, die ent­spre­chen­den Kanäle zeigte er in sei­nem Vor­trag auf. Zwei Dinge waren dabei recht inter­es­sant. Zunächst bekam er nur mar­gi­nale Unter­stüt­zung durch sei­nen Ver­lag, der Social Media nicht exten­siv nutzte. Zwei­tens resü­mierte er nur ein “maues” Ergeb­nis sei­ner Bemü­hun­gen. Wie Social Media von Buch­hand­lun­gen und Buch­com­mu­nities (Rezen­si­ons­por­tale, Blog­ger) genutzt wer­den kann, zeig­ten Susanne Mar­tin von der Schil­ler­buch­hand­lung in Stutt­gart und Karla Paul von Buchkolumne/Lovelybooks auf. Frau Mar­tin ist u. a. auf Twit­ter (@SchillerBuch) und Face­book unter­wegs. Zudem nutzt sie Pod­cast zur Vor­stel­lung von Büchern. Ambi­va­lent sieht sie die Nut­zung von Social Media, da weni­ger Leser, als viel­mehr Kol­le­gen aus der Bran­che bei­spiels­weise auf Twit­ter unter­wegs sind. Zudem ist es eine Zeit­frage, die momen­tan durch die Freude daran auf­wie­gen kann. Frau Paul unter­strich noch einen wei­te­ren wich­ti­gen Punkt: wer in Social Media unter­wegs ist, muß authen­tisch sein. Die­sem Punkt stimme ich abso­lut zu. Hier gibt es kein Unter­schied zwi­schen der vir­tu­el­len und der rea­len Welt. Höf­lich­keit, Zuhö­ren, Anstand, Respekt gilt überall.

Wich­tige Fra­gen und Punkte wur­den in der Ver­an­stal­tung ange­spro­chen, man­ches hin­ge­gen auf­grund der Zeit weg­ge­las­sen (so bei­spiels­weise die ganze Pro­ble­ma­tik von SEO). Als Fern­teil­neh­mer möchte ich mich recht herz­lich für die Mög­lich­keit der Teil­nahme über Livestream und Twit­ter bedan­ken. Über letz­te­res konnte man seine Gedan­ken, Mei­nun­gen und Fra­gen in die Runde brin­gen. Dies brachte durch die Unmit­tel­bar­keit teil­weise eine Eigen­dy­na­mik zwi­schen den Vor-Ort-Leuten und Twit­ter­teil­neh­mern in die rege Dis­kus­sion ein. Der Hash­tag #BuchSW avan­cierte inner­halb kür­zes­ter Zeit zum belieb­tes­ten Schlag­wort in den Twittercharts.

Letzt­lich blieb die große Frage des Nut­zens ambi­va­lent unge­klärt, was mich zum zwei­ten Teil die­ses Posts bringt. Der Meine Ver­lag nutzt Social Media inten­siv, haupt­säch­lich den Blog, Twit­ter, Xing, Face­book, LastFM und Flickr. Vor­teil die­ser Tools ist es, schnell und unkom­pli­ziert ihn, seine Bücher und Auto­ren, seine Tätig­keit und seine Mit­ar­bei­ter vor­zu­stel­len. Der zweite Schwer­punkt liegt in der Kom­mu­ni­ka­tion mit ande­ren Leu­ten. Ich sage bewußt andere Leute. Denn hier liegt das Haupt­pro­blem, was ges­tern in der Dis­kus­sion immer wie­der durch­kam. Wen will man errei­chen? Den Leser? Kol­le­gen aus der Bran­che? Die Presse? Für letz­te­res sehe ich ganz gute Chan­cen, denn zahl­rei­che Jour­na­lis­ten sind im Web unter­wegs. Ebenso gilt dies für die Kol­le­gen. Kon­takte zu Ver­lags­kol­le­gen, als auch zu Buch­händ­lern und Auto­ren habe ich über Social Media schlie­ßen kön­nen. Aus­tausch und Infor­ma­tio­nen ste­hen an ers­ter Stelle. Wesent­lich pro­ble­ma­ti­scher sieht es bei den Lesern aus. Ehr­lich gesagt, ich weiß nicht, wie­viele Leser ich tat­säch­lich errei­che. Dies steht im Gegen­satz zu Zah­len wie “Face­book nut­zen 350 Mio. Men­schen”. 350 Mio. habe ich bestimmt nicht erreicht, wobei der Ver­lag wohl nur für einen Bruch­teil von ihnen inter­es­sant ist. Ein Teil von ihnen wird gärt­nern, an Autos schrau­ben, hand­wer­keln, Musik hören, wan­dern oder Com­pu­ter spie­len. Sie haben ganz andere Inter­es­sen und Ziele, warum sie im Netz unter­wegs sind. Hinzu kommt noch das Pro­blem, daß nicht alle Men­schen das Netz nut­zen. Mit Onlineak­ti­vi­tä­ten erreicht man sie nicht, weil sie ein­fach nicht da sind. Aber warum sollte man dann Social Media nut­zen, wenn es Zeit und Arbeit kos­tet und es frag­lich ist, ob man über­haupt damit mehr Bücher ver­kau­fen kann?

Für mich ist ist Social Media EINE Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­keit! Nicht mehr und nicht weni­ger. Geht man mit zu hohen Erwar­tun­gen heran (maxi­male Stei­ge­rung, abso­lute Ver­la­ge­rung von klas­si­scher PR auf Online) wird man ent­täuscht. Es geht nicht um ein Aus­spie­len, um ein Klas­sisch vs. Social Media. Es geht um eine ver­nünf­tige Ergän­zung, um Chan­cen, um Aus­pro­bie­ren, um unmit­tel­ba­ren Kon­takt und Reak­tion. Das Zeit– und Arbeits­pro­blem ist mit einer inter­nen Prio­ri­tä­ten­set­zung gut zu lösen. Was will ich wen wo errei­chen? Die diver­sen Tools haben einen bestimm­ten Ver­wen­dungs­zweck, der sie aus­zei­chent. Twit­ter ist bei­spiels­weise sehr schnell, fast stak­ka­to­ar­tig. Da hilft ein wöchent­lich abge­setz­ter Tweet nichts, weil er ein­fach unter der Mas­ser der ande­ren unter­geht. Wenn ich die Zeit dafür nicht habe, dann muß ich mir Alter­na­ti­ven suchen.

Und warum ist es aus­pro­bie­ren? Ganz ein­fach: es gibt keine Lang­zeit­er­fah­rung wie in der klas­si­schen PR oder Öffent­lich­keits­ar­beit. Zudem kom­men neue Pro­gramme und Anwen­dun­gen hinzu. Panta rhei! Der schlech­teste Rat­ge­ber ist Angst, der Beste, sich die Mög­lich­kei­ten anschauen, über den Nut­zen und Auf­wand klar wer­den und dann Erfah­run­gen sammeln.

Ein ers­ter Bericht über den Event ist auf Buchmarkt.de zu finden.

Update (7.2.2010):

Die Zahl der Berichte über die Ver­an­stal­tung nimmt jetzt lang­sam zu.

Update II (8.2.2010):

Die Vor­träge von Lean­der Wat­tig, Nina Red­de­mann, Tho­mas Pfeif­fer, Susanne Mar­tin und Karla Paul kön­nen als Mit­schnitte nach­träg­lich ange­hört wer­den. Die Prä­sen­ta­ti­ons­fo­lien von Wat­tigs Vor­trag sind auf sei­nem Blog ein­seh­bar.

06

02 2010

Tanzmäuse

Seit eini­gen Tagen kur­siert ja im Web das wit­zige Wer­be­vi­deo von Nolan Cheddar:

Nach­dem ich einem Freund gezeigt habe, meinte er: “Schau hier” und zeigte mir das:

Ein­fach genie­ßen und sich köst­lich amüsieren!

05

02 2010

Die Einflüsse von Open Access auf das Verhältnis der Universitäten untereinander

Bei Twit­ter habe ich einen Link zu einem inter­es­san­ten Arti­kel von Angela Sut­ton zum Thema Open Access und der Ein­fluß auf das Ver­hält­nis der Uni­ver­si­tä­ten unter­ein­an­der gele­sen (Titel des Blog­post: Does Infor­ma­tion want to be free?). Ein wich­ti­ger Aspekt sprach Sut­ton in ihrem Bei­trag an. Open Access hat nicht nur Aus­wir­kun­gen auf die Ver­lags­bran­che, son­dern viel­mehr auch auf das Innen­ver­hält­nis der Uni­ver­si­tä­ten. Wie das? Nach­dem der poli­ti­sche Wille zu Open Access bei der DFG da ist (Stich­wort Merk­blatt und För­de­rung), wird es wohl nicht mehr Jahre dau­ern, bis sich Open Access im Wis­sen­schafts­be­trieb eta­bliert hat – bei der einen Dis­zi­plin eher, bei ande­ren lang­sa­me­rer. Beson­ders stark wird es die Geis­tes­wis­sen­schaf­ten tref­fen, denn hier sind Dritt­mit­tel in der Regel DFG-Mittel. Da wird dann wohl bald nach der Bereit­schaft und den Erfah­run­gen zu die­sem Thema gefragt wer­den. Pro­jekt­grup­pen, die dann nichts vor­wei­sen kön­nen oder sogar eine Ableh­nung signa­li­sie­ren, wer­den es schwie­ri­ger haben, Mit­tel zuge­wie­sen zu bekom­men. Nimmt man dann noch die Dis­kus­sion um das lei­dige Thema “Eli­te­uni­ver­si­tät” hinzu, so sind Kon­flikt­fel­der am Hori­zont zu erken­nen. Aber ande­rer­seits bie­tet Open Access genau den klei­ne­ren Uni­ver­si­tä­ten, die Wis­sen­schafts­szene in Bewe­gung zu ver­set­zen. Ich bin gespannt, wie es hier wei­ter­geht. Was mei­nen Sie?

P. S. In Leip­zig ist mit AEON. Forum für junge Geschichts­wis­sen­schaft und Arbeits­ti­tel. Forum für Leip­zi­ger Pro­mo­vie­rende auf der Open Access-Plattform Wissens-Werk.de ein guter Anfang für die zweit­äl­teste Hoch­schule Deutsch­lands gemacht.

04

02 2010

Diskussion: sind E-Books eine eigene Medienform?

In den letz­ten Mona­ten ent­wi­ckelte sich um E-Books und ihre Bedeu­tung für die Ver­lags– und Medi­en­bran­che eine heiße Dis­kus­sion. Auf­trieb erhielt sie durch die Vor­stel­lung des iPads, dem u. a. Lese­ge­rät für E-Books von Apple. Der Grund­ton in der Dis­kus­sion ist, daß sich hier für Ver­le­ger neue Geschäfts­mo­delle auf­tun, die sie auf­grund ihrer kon­ser­va­ti­ven, wenig beweg­li­chen und behar­ren­den Ein­stel­lung ver­spie­len. War­nun­gen, es wird der Ver­lags­bran­che dann wie der Musik­in­dus­trie bei Bei­hal­tung die­ser Posi­tion erge­hen, sind nicht zu über­hö­ren. Ohne Zwei­fel gibt es diese Posi­tion. Gleich­zei­tig ver­su­chen nicht wenige Ver­lage, mit diver­sen Model­len diese Sparte zu bedie­nen. Und nun fan­gen die Pro­bleme, die Unsi­cher­hei­ten, die ver­schie­de­nen Erwar­tun­gen, die auf­ein­an­der pral­len, an. Unter­schied­lich kon­fi­gu­rierte, zumeist jetzt noch für die All­ge­mein­heit arg über­teu­erte End­ge­räte ste­hen diver­sen For­ma­ten gegen­über. Dabei spielt die Rech­te­ver­wal­tung eine nicht zu unter­schät­zende Rolle. Wei­tere Pro­blem­fel­der sind die Preis­ge­stal­tung: zu teuer rufen die einen, weni­ger geht nicht rufen die ande­ren. Und wie kommt das E-Book zum End­kun­den? Die Rolle als zen­trale Platt­form füllt libreka! (vom Bör­sen­ver­ein des deut­schen Buch­han­dels gelei­tet) nicht aus, bekannte, von der Masse der Leser (die es ja so noch nicht gibt) Alter­na­ti­ven gibt es – zumin­dest in Deutsch­land – noch nicht. Dies wird sich wohl mit dem iBook-Store von Apple ändern.

Das Grund­pro­blem beim E-Book ist:

1. Die Dis­kus­sion geht von der klas­si­schen Publi­ka­tion aus. Alle Argu­mente, Vor­stel­lun­gen und Ideen bezie­hen sich auf ein klas­si­sches Pro­dukt, wel­ches eben nun elek­tro­nisch ist. Das ist der fal­sche Ausgangspunkt.

2. Erschließt sich aus 1. Wie soll das E-Book aus­se­hen? Soll es ein­fach ein elek­tro­ni­sches Buch sein? Soll es Zusatz­funk­tio­nen haben und wenn ja, wel­che? Oder ist es am Ende ein eige­nes Ding (das evo­lu­tio­näre Kind des Buches)? Und diese Frage stellt sich an die End­nut­zer: was soll das E-Book kön­nen? Die­ser letzte Punkt fehlt mir kom­plett in der Dis­kus­sion. Da wird gesagt, die E-Books so gehen nicht, aber was sie kön­nen sol­len, lese ich lei­der in kei­ner Diskussion.

Was bleibt aber beim E-Book, auch wenn es zu einer eige­nen Medien(-Misch-)form wird. An ers­ter Stelle steht die Idee, die Geschichte bei der Bel­le­tris­tik, die These beim Sach– und Fach­buch. Liegt das Manu­skript vor, so braucht es ein gutes Lek­to­rat, um die Spreu vom Wei­zen zu tren­nen. Dem folgt der Satz, zusätz­li­che Medi­en­mög­lich­kei­ten (Ton, Bild, Inter­ak­ti­vi­tät), die Her­stel­lung. Letz­te­res wird sich ab einem bestimm­ten Punkt, näm­lich dann, wenn die Fah­nen zum Druck gehen, ändern. Dies ist auch der Punkt, an dem sich das E-Book von der klas­si­schen Form unter­schei­det, wo der zukünf­tige Men­ta­li­täts­wan­del, der Bruch im heu­ti­gen Den­ken liegt. Es gibt kein Ori­gi­nal mehr. Alles ist Kopie und Ori­gi­nal zugleich, zudem unend­lich ver­viel­fäl­tig­bar. Hier liegt die Krux. Warum soll ich als Leser genau­so­viel für das E-Book wie für eine Druck­aus­gabe bezah­len, wenn der Ver­lag nur noch auf Copy&Paste drü­cken muß. Kas­siert da der Ver­lag nicht ab? Wie recht­fer­tigt er den Preis, der höher als ein paar Euros liegt? Hier den­ken sowohl Leser, als auch Ver­lag vom klas­si­schen Buch her. Das ist das eigent­li­che Kern­pro­blem der Dis­kus­sion! Ent­we­der es ist eine andere Form des klas­si­schen Buches oder das E-Book ist eine kom­plett neue Medi­en­form. Das hängt von der Erwar­tungs­hal­tung der Kun­den und der Bereit­schaft zum Wan­del bei den Ver­la­gen ab. Und hier man­gelt es an der Aus­ein­an­der­set­zung, an der For­mu­lie­rung von Wün­schen, auf bei­den Sei­ten! Bis zur Her­stel­lung des End­pro­duk­tes, der Fahne im ursprüng­li­chen Sinne, des Mas­ter­tapes in der Musik­in­dus­trie, blei­ben die Auf­ga­ben gleich, die nun mal nicht kos­ten­los zu machen sind, wenn gute Qua­li­tät erzielt wer­den soll. Auch ein E-Book recht­fer­tig sei­nen Preis (der von Ange­bot und Nach­frage bestimmt wird). Nicht nur im Druck, son­dern viel­mehr in den Arbeits­schrit­ten zuvor liegt die Wert­schöp­fung. Wenn diese Erkennt­nis wie­der in das Bewußt­sein aller steigt, wird es zu einer befrie­di­gen­den Dis­kus­si­ons­lö­sung kom­men. Auf­ein­an­der zuge­hen und zuhö­ren sind die Schlüs­sel zum Erfolg.

Was mei­nen Sie?

Wir freuen uns über eine anre­gende Dis­kus­sion. Der Meine Ver­lag steht – das zu unse­rer Posi­tion – als inno­va­ti­ver Ver­lag neuen Tech­no­lo­gien und Ände­run­gen offen und inter­es­siert gegenüber.

P. S.: Diese Dis­kus­sion läßt sich dann wei­ter beim Punkt der Preis­bin­dung füh­ren. Aber es ist recht ein­fach zu klä­ren: wol­len wir die Preis­bin­dung als Schutz des beson­de­ren Kul­tur­gu­tes Buch? Wenn ja, ist das E-Book (auch wenn es eine eigene Medi­en­form wäre) auch ein Kul­tur­gut? Soll­ten beide Frage mit Ja beant­wor­tet wer­den, dann gilt für das E-Book auch die Preisbindung.

01

02 2010

Wissenszugang online: Nationallizenzen für elektronische Medien

Der unkom­pli­zierte Zugang zu Infor­ma­tio­nen, die weit abge­le­gen oder ent­fernt lie­gen, ist für den Wis­sen­schaft­ler ein not­wen­dige Vor­aus­set­zung für seine Arbeit. An dem Punkt setzt bekann­ter­ma­ßen der Vor­teil der Online-Suchmaschinen ein. Nun ist es aber oft auch so, daß Text­samm­lun­gen erst mit einem Abon­ne­ment zugäng­lich sind, was sich in Ein­zel­fäl­len für den Autor auf­grund der Kos­ten­frage nicht lohnt. Was soll er nun an die­ser Stelle machen? Auf den Text ver­zich­ten und damit viel­leicht auch auf wich­tige Belege? Das muß er nun nicht mehr tun. Denn seit 2004 gibt es das DFG-Projekt “Natio­nal­li­zen­zen für elek­tro­ni­sche Medien”. Ziel ist es, mit dem Erwerb von Natio­nal­li­zen­zen gro­ßer Online-Datenbanken, digi­ta­len Text­samm­lun­gen und elek­tro­ni­schen Zeit­schrif­ten Wis­sen­schaft­lern, Stu­die­ren­den und inter­es­sier­ten Pri­vat­per­so­nen einen ent­spre­chen­den kos­ten­lo­sen Zugang zu ermög­li­chen. Orga­ni­siert wird das Pro­jekt von den vier gro­ßen Universitätsbibliotheken

Zwar soll der Nut­zer das Por­tal mög­lichst über koope­rie­rende Biblio­the­ken nut­zen, kann sich aber im Fal­les eines Nicht­zu­gan­ges zu einer ent­spre­chen­den Biblio­thek auch als Pri­vat­per­son bei die­sem Pro­jekt regis­trie­ren lassen.

Im Grunde ver­folgt die DFG damit wei­ter ihre För­de­rung des OpenAc­cess. Für Wis­sen­schaft­ler ist es eine arbeits­er­leich­ternde Mög­lich­keit, schnell und zen­tral an wich­tige Infor­ma­tio­nen heranzukommen.

29

01 2010

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerin des Feinstein-Buches

Die Zeit der Ker­zen, Leb­ku­chen und Advents­stim­mung ist zwar schon ein Weil­chen her, aber es gibt noch einen wich­ti­gen Nach­trag zu lie­fern. In sehr guter Zusam­men­ar­beit mit dem Ulmer Ver­lag spon­ser­ten wir den Gewinn eines Exem­plars von Pavel Fein­steins “Skiz­zen aus dem Ber­li­ner Zoo. 2002 – 2007″. Die Gewin­ne­rin steht natür­lich schon lange fest und hält das Buch in ihren Hän­den. Gewon­nen hat Frau Sarah Mül­ler. Herz­li­chen Glück­wunsch und viel Spaß, Freude und Inspi­ra­tion mit dem Skiz­zen­buch wünscht der Meine Verlag.

Und für alle hier ein paar Bil­der aus dem Buch:

Pavel Fein­stein: Skiz­zen aus dem Ber­li­ner Zoo. 2002 – 2007

  • 63 Sei­ten
  • durch­weg s/w-Abbildungen
  • ISBN: 978 – 3-941305 – 03-8
  • Preis: 19,90 EUR

P. S.: Herz­li­chen Dank auch an den Ulmer Ver­lag, beson­ders an Herrn Stef­fen Meier, für die gute Zusammenarbeit.

27

01 2010

Heute ist Vogelhochzeit!

Ein Vogel wollte Hoch­zeit machen in dem grü­nen Walde. (Refrain: Fide­r­al­lala, Fide­r­al­lala, Fide­r­al­la­la­lala) … Heut, am 25. Januar, ist Vogel­hoch­zeit. Bei die­sem Ober­lau­sit­zer Brauch stel­len die Kin­der am Vor­abend einen Tel­ler auf das Fens­ter­brett, auf dem sie am kom­men­den Mor­gen Süßig­kei­ten, oft in Form von Vögeln oder Nes­tern, vor­fin­den. Die Vögel bedan­ken sich so bei den Kin­dern für ihre Füt­te­rung im Win­ter. In der Schule oder im Kin­der­gar­ten spie­len dann die Kin­der die Vogel­hoch­zeit, die Amsel ist die Braut, der Bräu­ti­gam ist die Dros­sel, mit Gesang und Ver­klei­dung nach. Übri­gens hört man als auf­merk­sa­mer Natur­freund jetzt die Hoch­zeits­ge­sänge der Vögel… Die Mei­sen mach­ten in den letz­ten Tagen den Anfang. Es ist bis zum Früh­ling nicht mehr allzu weit :-) .

Für alle, die es gerne mit­sin­gen möch­ten, hier ist der Text

zum Volks­lied “Die Vogel­hoch­zeit”:

Ein Vogel wollte Hoch­zeit machen in dem grü­nen Walde. (Refrain: Fide­r­al­lala, Fide­r­al­lala, Fide­r­al­la­la­lala)
Die Dros­sel war der Bräu­ti­gam, die Amsel war die Braute.
Der Sper­ber, der Sper­ber, der war der Hoch­zeits­wer­ber.
Der Stare, der Stare, der flocht der Braut die Haare.
Die Gänse und die Anten, die war’n die Musi­kan­ten.
Der Uhu, der Uhu, der bringt der Braut die Hoch­zeits­schuh’.
Der Kuckuck schreit, der Kuckuck schreit, er bringt der Braut das Hoch­zeits­kleid.
Der Sei­den­schwanz, der Sei­den­schwanz, der bracht’ der Braut den Hoch­zeits­kranz.
Der Sper­ling, der Sper­ling, der bringt der Braut den Trau­ring.
Die Taube, die Taube, die bringt der Braut die Haube.
Der Wie­de­hopf, der Wie­de­hopf, der bringt der Braut nen Blu­men­topf.
Die Ler­che, die Ler­che, die führt die Braut zur Ker­che.
Braut­mut­ter war die Eule, nahm Abschied mit Geheule.
Der Auer­hahn, der Auer­hahn, der war der stolze Herr Kaplan.
Die Puten, die Puten, die mach­ten breite Schnu­ten.
Der Pfau mit sei­nem bun­ten Schwanz macht mit der Braut den ers­ten Tanz.
Die Schnepfe, die Schnepfe, setzt auf den Tisch die Näpfe.
Die Fin­ken, die Fin­ken, die gaben der Braut zu trin­ken.
Der lange Specht, der lange Specht, der macht der Braut das Bett zurecht.
Das Dros­selein, das Dros­selein, das führt die Braut ins Käm­mer­lein.
Der Hahn, der krä­het: „Gute Nacht“, nun wird die Kam­mer zuge­macht.
Der Uhu, der Uhu, der macht die Fens­ter­lä­den zu.
Die Vogel­hoch­zeit ist nun aus, die Vögel flie­gen all’ nach Haus.
Das Käuz­chen bläst die Lich­ter aus und alle ziehn ver­gnügt nach Haus.

25

01 2010

Neues Buch von Mady Host: Per Anhalter durch Island. Zwei Mädels. Eine Insel. Ein Zelt.

Mady Host: Per Anhalter durch IslandMady Hosts schrieb sich mit ihrem erfolg­rei­chen Erst­lings­werk “Zwei Mädels, ein Weg, ein Zelt. (Un)Sinn auf dem Jakobs­weg: Ein Rei­se­ta­ge­buch” durch ihre wit­zige Art in die Her­zen der Leser. Nun ist es end­lich soweit. Ihr neues Buch “Per Anhal­ter durch Island. Zwei Mädels. Eine Insel. Ein Zelt. Ein Insel­ta­ge­buch” ist nun end­lich da. Die­ses Mal erkun­det sie die feu­rige Insel im hohen Nor­den. Mit dabei ist natür­lich wie­der ihre Freun­din Cor­ne­lia, denn nichts geht über eine rich­tige Frau­en­freund­schaft! ;-) Auf der Reise muß­ten und wur­den viele wich­tige Fra­gen zu Land und Leute geklärt:

Gibt es noch echte Wikin­ger? Wo befin­det sich der schönste Was­ser­fall Islands? Was ist eine heiße Spring­quelle? Wie hart ist die Durch­que­rung schwar­zer Vul­kan­wüs­ten bei Gegen­wind? Was ist der Unter­schied zwi­schen einer Toi­lette und einem Wasch­be­cken? Wie wird in Island ange­sto­ßen? Warum wer­den zwei harm­lose Frauen von Vögeln ange­grif­fen? Wieso ist es so schön, mit erho­be­nem Dau­men am Stra­ßen­rand zu ste­hen und wie kalt wird es nachts in einem Zelt?

Inner­halb von vier Wochen sind die bei­den jun­gen Frau­den durch Teile Islands gewan­dert und gefah­ren. Mit her­aus­ge­hal­te­nem Dau­men stan­den sie an sämt­li­chen Stra­ßen und Wegen, um sich mit ins­ge­samt 20 ver­schie­de­nen Fahr­zeu­gen den süd­li­chen und west­li­chen Teil der Nord­at­lan­tik­in­sel zu erschlie­ßen. Auf diese Weise erkun­de­ten sie atem­be­rau­bende Land­schaf­ten und lern­ten viele lie­be­volle, lus­tige und ver­rückte Men­schen kennen.

Ihre Rund­reise mit dem Zelt haben die bei­den Frauen mit dem sechs­tä­gi­gen, Fern­wan­der­weg zwi­schen Skó­gar und Land­man­nal­au­gar begon­nen. Danach tour­ten sie durch den „Gol­de­nen Zir­kel“, mach­ten Bekannt­schaft mit einem Wikin­ger und pau­sier­ten einige Tage in Reyk­ja­vik. Den zwei­ten Teil der vier­wö­chi­gen Reise ver­brach­ten sie auf der Halb­in­sel Snae­fells­nes im Wes­ten des Lan­des. Die­ser Bereich der Insel ist die Mini­aus­gabe Islands und hat sowohl Berge als auch grüne Wie­sen und Was­ser­fälle, stei­nige Küs­ten, Vul­kan­wüs­ten, Vogel­fel­sen, kleine Häfen und Seen sowie einen mäch­ti­gen Glet­scher zu bieten.

Die Tou­ren der bei­den sind sehr gut nach­voll­zieh­bar beschrie­ben und mit zahl­rei­chen Tipps ver­se­hen. Die Auto­rin gibt inter­es­sante Infor­ma­tio­nen über Land, Leute, Aus­rüs­tung und Sehenswürdigkeiten.

Das Buch macht Spaß, weckt die Lust aufs Wan­dern, regt zum Nach­den­ken an und ist nicht nur eine gute Vor­be­rei­tung auf einen eige­nen Island­trip, son­dern auch eine mit­rei­ßende Lek­türe für den inter­es­sier­ten Bücher­wurm und eine würde Fort­set­zung ihres ers­ten Romans.

Infor­ma­tio­nen zum Buch:

Mady Host
Per Anhal­ter durch Island. Zwei Mädels. Eine Insel. Ein Zelt. Ein Inseltagebuch

P. S. Das Buch erscheint Anfang Februar, kann aber jetzt schon gerne in jeder Buch­hand­lung und beim Ver­lag vor­be­stellt werden.

22

01 2010

Fundstück #002: Hamburger Sinfonien by Sina Vodjani

Quelle: Cap San Diego 1 - Night, Werknummer 0113 von Sina Vodjani

Quelle: Cap San Diego 1 — Night, Werk­num­mer 0113 von Sina Vod­jani, Abbil­dung mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Künstlers

Im Vor­der­grund kräu­selt sich das Was­ser in klei­nen Wel­len. Farb­kleckse spie­geln das Licht vom gegen­über­lie­gen­den Ufer wider. Hebt der Betrach­ter sei­nen Blick, so fällt ihm als ers­tes ein gro­ßes, weiß und in Regen­bo­gen­far­ben leuch­ten­des Schiff auf. Dahin­ter hebt sich vom dunk­len, ster­nen­lo­sen Nacht­him­mel der Michel­sturm ab. Durch das Schiff scheint die Kulisse der Lan­dungs­brü­cken hin­durch. Alles glänzt durch eine leuch­tende Illu­mi­na­tion. Far­big ist es hier, trotz des dunk­len Blaus. … Diese Kulisse – Ham­burgs berühmte Lan­dungs­brü­cke – stellt Sina Vod­jani in sei­nem Werk­stück Cap San Diego 1 — Night, Werk­num­mer 0113 der Ham­bur­ger Fotos­in­fo­nie, sei­nem gro­ßen künst­le­ri­schen Pro­jekt, vor. Viel­ge­stal­tig, far­ben­froh, poe­tisch und mul­ti­per­spek­ti­visch die Gren­zen der Betrach­tungs­punkte inein­an­der flie­ßen las­send zeich­nen die Bil­der des Künst­lers aus. Als Sohn französisch-iranischer Eltern wuchs er u.a. in Tehe­ran, San Fan­cisco und Paris auf, blieb aber zufäl­lig in der nörd­li­chen Metro­pole Deutsch­lands hän­gen und arbei­tet nun mehr als drei Jahr­zehnte dort. Das Motiv, der Antrieb für seine Bil­der fin­det man in sei­nen Wor­ten wie­der: “…Ham­burg wirkt auf mich wie ein Magnet und ist ein­deu­tig mein Zuhause. Diese Stadt strahlt Leben­dig­keit und gleich­zei­tig Ruhe aus. Hier begegne ich Moti­ven von berü­hen­der Schönheit.”

Brü­cken, Häfen, die Hafen-City, Spei­cher, der Dom, die Als­ter.… das ganze Leben Ham­burgs zeigt Vod­jani in einer unbe­schreib­li­chen Schön­heit. Die Begeis­te­rung, die Liebe, das Wohl­ge­fühl Vod­ja­nis zur Stadt sieht man in allen sei­nen Bildern.

In der Gale­rie im Levante­haus Ham­burg fin­det eine Aus­stel­lung und Kon­zert vom 5. bis 23. Januar 2010 statt. Ein Besuch ist abso­lut zu empfehlen.

50 wei­tere Bil­der sind zu sehen auf der Web­site von Sina Vod­jani. Stö­bern Sie dort und ent­de­cken Sie Ham­burg durch die Foto­gra­fien Vod­ja­nis. Übri­gens kann man die Bil­der käuf­lich in ver­schie­de­nen For­ma­ten und in limi­tier­ter Auf­lage beim Künst­ler erwerben.

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neue OpenAccess-Fachzeitschrift auf Wissens-Werk.de online: Arbeitstitel. Forum für Leipziger Promovierende

LogoArbeitstitelVor weni­gen Tagen schon im Blog ange­kün­digt, nun ist es end­lich so weit: Seit heute ist die neue OpenAccess-Fachzeitschrift “Arbeits­ti­tel. Forum für Leip­zi­ger Pro­mo­vie­rende” online. Her­aus­ge­ge­ben wird sie von den jun­gen Leip­zi­ger Wis­sen­schaft­lern Ste­pha­nie Gar­ling, Fran­ziska Nae­ther, Felix Frey, Chris­tian Fröh­lich und Enrico Tho­mas. Auf ihr wer­den inter­dis­zi­pli­när Bei­träge ver­schie­de­ner Leip­zi­ger Dok­to­ran­den ver­öf­fent­licht, die so ihre Dis­ser­ta­tion einem brei­ten Publi­kum vor­stel­len. Unter­stützt wer­den die Her­aus­ge­ber durch die Leip­zi­ger Initia­tive für Pro­mo­vie­rende (LIP). Arbeits­ti­tel ist Teil der Inter­net­platt­form Wissens-Werk.de. Der Meine Ver­lag för­dert so junge Wissenschaft(ler) und OpenAccess!

In der ers­ten Aus­gabe, die die The­men “Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie, Musik­ge­schichte und Archi­tek­tur in der Ent­wick­lungs­hilfe” umfaßt, sind fol­gende Auto­ren vertreten:

Alle Bei­träge kön­nen kos­ten­frei als .pdf auf Arbeits­ti­tel ein­ge­se­hen und her­un­ter­ge­la­den werden.

Arbeits­ti­tel fin­den Sie unter fol­gen­dem Link:

Wir wün­schen allen Lesern viel Spaß beim Stö­bern und den Her­aus­ge­bern sowie Redak­teu­ren von Arbeits­ti­tel erfolg­rei­ches Gelin­gen! Über das Erschei­nen der zwei­ten Zeit­schrift auf Wissens-Werk.de sind wir vom Meine Ver­lag stolz und glücklich.

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