Antiquariate und Twitter – die neue Symbiose sowie von der Jungfräulichkeit der E-Books

Ges­tern las ich im boersenblatt.net, daß im neuen Heft der Zeit­schrift “Aus dem Anti­qua­riat” ein Bei­trag zu Anti­qua­riate und Twit­ter zu fin­den ist. Web 2.0 und das Han­deln mit gebrauch­ten und alten Büchern. Mensch, da habe ich nicht schlecht gestaunt. Schließ­lich ver­binde ich in mei­nen Gedan­ken Anti­qua­riate per se mit gedruck­tem Papier! Gut, ZVAB und book­looker kenne ich auch, auch schon genutzt. Aber eine Home­page ist ja heute für alle, die das Inter­net wie das täg­li­che Brot nut­zen, über­haupt nichts beson­de­res. Und nun der Schritt wei­ter bei den Anti­qua­ria­ten. Eigent­lich ist das ja kon­se­quent wei­ter­ge­dacht. Denn was spricht gegen eine sol­che Nut­zung? Nichts, oder? Was mei­nen Sie?

Mich brachte diese Vor­stel­lung gleich auf neue “Zukunfts­vi­sio­nen”. Heute ist ja viel­fach von E-Book und elek­tro­ni­schen Publi­ka­tio­nen sowie ihren Ein­fluß auf die Ver­lags– und Buch­bran­che die Rede. Nun stellt man sich mal vor, man wäre 40 bis 50 Jahre in die Zukunft gereist und läuft in der Rit­ter­straße in Leip­zig an den drei Anti­qua­ria­ten vor­bei. Gibt es die noch? Kann man dann da noch hin­ein­ge­hen und in einer Daten­bank nach gebrauch­ten und alten E-Books stö­bern? Ich weiß, eigent­lich ist die­ser Gedanke ver­rückt. Eine elek­tro­ni­sche Publi­ka­tion kann ja nicht altern oder als gebrauchte Vari­ante in der Daten­bank beste­hen. Sie ist sui gene­ris immer eine Jung­frau im Gegen­satz zum Buch, was in sei­nem Buch­le­ben altert. Was wird dann wohl aus den Anti­qua­ria­ten und deren unwi­der­steh­li­che Atmo­sphäre? Wohin flüch­tet der Buch­lieb­ha­ber, um die­sen Duft des geal­ter­ten Buchs ein­at­men zu kön­nen? Viel­leicht kommt es dann ja ganz anders als heute gedacht – gebrauchte E-Books z. B. …

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Wenke Richter

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09

04 2009

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