Zum Tode des Publizisten und „neo“konservativen Ideengebers Irving Kristol

Irving Kris­tol war ein außer­ge­wöhn­lich streit­ba­rer und schaf­fens­rei­cher Ide­en­ge­ber der US-amerikanischen Poli­tik. Nicht ver­le­gen mit pole­mi­schen Kri­ti­ken gegen­über Poli­tik und Poli­ti­kern lebte er für seine Ideen und Über­zeu­gun­gen in jour­na­lis­ti­scher Manier. Er ver­fasste Arti­kel und Kolum­nen, grün­dete und prägte Zeit­schrif­ten, war jedoch nicht im Fern­se­hen zu sehen und hielt sich vom Schrei­ben lan­ger Bücher fern.
Irving Kris­tol, so lässt sich in aller Knapp­heit sagen, sorgte für das „Neo“ des US-amerikanischen Kon­ser­va­tis­mus – The man who put the „neo“ into con­ser­va­tism. Keine Dis­kus­sion über den US-amerikanischen Neo­kon­ser­va­tis­mus ohne sei­nen „Vater“ Irving Kris­tol. Selbst wenn man in kei­ner Weise das Gedan­ken­ge­bäude die­ser poli­ti­schen Strö­mung teilt, so kommt man jedoch nicht umhin, Kris­tol als einen gran­dio­sen Intel­lek­tu­el­len zu bezeich­nen, der es in ein­fa­cher Spra­che schaffte, über­zeu­gende Argu­men­ta­tio­nen zu ver­fas­sen.
Von Kris­tol stammt die gän­gigste Defi­ni­tion von Neo­kon­ser­va­tis­mus: A Libe­ral, who is mug­ged by rea­lity. Ein Libe­ra­ler, der von der Rea­li­tät über­fal­len wurde. Und dies lebte Kris­tol und „bewies“ und beschrieb damit sei­nen Lebens­lauf. Aus dem libe­ra­len Lager kom­mend, wan­delte er sich im Laufe der Dis­kus­sio­nen um die „Great Society“ der Prä­si­dent­schaft Lyn­don B. John­sons zu einem Kon­ser­va­ti­ven neuer Gestalt. Mit der Grün­dung der Zeit­schrift „The Public Inte­rest“, der Arbeit in der Zeit­schrift „Com­men­tary“ und „Encoun­ter“ sowie „The Natio­nal Inte­rest“ zeu­gen von sei­ner Vehe­menz, mit der er für eine Idee publi­zis­tisch warb. Sein Sohn, Wil­liam Kris­tol trat quasi in die geis­ti­gen Fuß­stap­fen sei­nes Vaters und war Mit­grün­der der neo­kon­ser­va­ti­ven Zeit­schrift „The Weekly Stan­dard“, wel­che bis heute unbe­irrt an die­ser Idee feilt und dafür ein­tritt (ein Stan­dardar­ti­kel von Kris­tol im Weekly Stan­dard: The Neo­con­ser­va­tive Per­sua­sion).
Irving Kris­tol ver­starb am 18. Sep­tem­ber 2009 in Arling­ton, Vir­gi­nia mit 89 Jahren.

Eine Liste mit aus­ge­wähl­ten Nach­ru­fen zum Tode von Irving Kristol

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Jan Meine

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09 2009

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