Herzlichen Glückwunsch zum 600. Geburtstag für die Universität Leipzig
Die Universität Leipzig feiert heute, am 2. Dezember 2009, ihr 600jähriges Universitätsjubiläum. Die Alma mater lipsiensis ist nach Heidelberg die zweitälteste bestehende Hochschule in Deutschland. Universitätsgründungen vor ihr wurden im Verlauf der Jahrhunderte geschlossen und teilweise wieder neueröffnet, als Beispiel sei an dieser Stelle die Hohe Schule in Erfurt genannt. Im Zuge der Streitigkeiten um das Kuttenberger Dekret verließen im Mai 1409 aus Protest ein Großteil der deutschen Studenten und Magister die Prager Karlsuniversität, von denen einige in die Markgrafenschaft Meißen gingen. Leipzig bot sich aus mehrerlei Hinsicht für einen Studienort an: als Handelsstadt bot es die Möglichkeiten für die notwendige Versorgung der Universitätsmitglieder, zudem lag es an der via regia, einer der wichtigsten europäischen Fernverkehrsstraßen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Schließlich konnten die Meißner Markgrafen durch die Silbergewinnung im Erzgebirge eine Hohe Schule überhaupt unterhalten. Für die Anerkennung als Universität (vor allem für die Gültigkeit ihrer verliehenen akademischen Grade) war eine Papsturkunde mit der Bestätigung des Studiums generale notwendig, die Papst Alexander V. ihr schon 1409 gewährte. Seitdem lernen zahllose junge Menschen an dieser Hochschule. Kriege und Seuchen bedrohten zuweilen existentiell das Bestehen der Universität (Schmalkaldischer Krieg, Dreißigjähriger Krieg, Siebenjähriger Krieg, 1. und 2. Weltkrieg). Die verschiedenen Landesherren und –regierungen versuchten teils erfolgreich, teils weniger politisch Einfluß auf die Entwicklung der Alma mater zu nehmen. Sie war Lern– und Lehrstätte bedeutender Persönlichkeiten: Peter Luder, Georg Agricola, Gottfried Wilhelm Leibnitz, Johann Christoph Gottsched, Johann Wolfgang von Goethe, Novalis, Richard Wagner, Theodor Mommsen, Friedrich Nietzsche, Erich Kästner, Werner Heisenberg, Gustav Hertz, Ernst Bloch, Wilhelm Ostwald und Angela Merkel.
Jan Meine und ich sind persönlich eng mit der Leipziger Universität verbunden. Beide haben wir an ihr studiert: Jan die Politikwissenschaft und ich die Mittlere und Neuere Geschichte sowie Kunstgeschichte. Aber nach dem Studium ging und geht es für uns mit der Promotion bei ihr weiter. Daher freuen wir am heutigen Tag besonders, Mitglied dieser altehrwürdigen Universität zu sein.
Herzlichen Glückwunsch Alma mater und alles Gute für die nächsten Jahrhunderte!
P. S.: Wer brandaktuelle Forschungsergebnisse zur Leipziger Universitätsgeschichte lesen will, der soll sich die Bände in der Reihe “Beiträge zur Leipziger Universitäts– und Wissenschaftsgeschichte” u. a. mit Beate Kusche, Ulf Morgenstern, Sabine Tanz/Klaus-Peter Matschke, Theresa Ratajszczak, Markus Hein/Helmar Junghans, Julia Cholet, Detlef Döring; Frank Fehlberg: Leipzigs Luthertum. Die Universität Leipzig im Kaiserreich und ihr Ruf als konfessionelle Hochburg – Betrachtungen und Porträts sowie die fünfbändige Universitätsgeschichte, welche im Leipziger Universitätsverlag erscheint, anschauen. Demnächst erscheint im Meine Verlag die Publikationen (u. a. Fotoband, Tagungspublikationen) der Initiative “Studierende2009 e.V.”.



