Die Kreditkarte kennt den Weg! Kanadakolumne #008

Diese Woche haben wir Besuch bekom­men: Conny’s Freun­din Sil­vana hat den wei­ten Weg aus dem Vogt­land bis an die kana­di­sche West­küste auf sich genom­men, um uns zu sehen. Sie ist auf ihrer wei­ten Reise aller­dings nie allein gewe­sen, denn ihre Kre­dit­karte hat sich als sehr treuer Weg­ge­fährte ent­puppt. Ihren ers­ten Ein­satz hatte die kleine Plas­tik­chip­karte im Duty Free Shop in Mün­chen. Dort musste sie näm­lich eine Fla­sche Rum finan­zie­ren. In Toronto hat die Spi­ri­tuose jedoch für schwa­che Ner­ven und ordent­li­chen Zeit­druck gesorgt, als Sil­vana erfah­ren musste, dass der Alko­hol nicht wie­der mit ins Hand­ge­päck darf. Ihr Kof­fer war schon längst auf dem Weg in das Flug­zeug, sodass der Rum – ver­packt in einem Kar­ton – sepa­rat auf­ge­ge­ben wer­den musste. Zum Glück sind Sil­vana, ihre Kre­dit­karte und der Rum pünkt­lich bei uns in Vic­to­ria ange­kom­men. Bei der Begrü­ßung müs­sen wir aller­dings vor­sich­tig sein, denn Sil­vana hat sich auf dem Inlands­flug zwi­schen Toronto und Vic­to­ria die „Kana­di­sche Rüs­sel­pest“ zuge­zo­gen.
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Per­so­nen, die unter die­ser Erkran­kung lei­den, müs­sen in regel­mä­ßi­gen Abstän­den hus­ten und ihre Nase schnau­ben. Gele­gent­lich kommt es auch zu stoß­ar­ti­gen Nie­s­an­fäl­len. Die Gene­sungs­chan­cen lie­gen erfreu­li­cher­weise bei nahezu 100 Pro­zent. Den­noch müs­sen sich Sil­vana und ihre Kre­dit­karte in den ers­ten Tagen noch etwas scho­nen. Dank unse­rer chi­ne­si­schen Freunde aus dem Prä­sen­ta­ti­ons­lehr­gang geht es ihr aber schon bald viel bes­ser. Am Sams­tag sind wir näm­lich zum Abend­es­sen bei Zheng ein­ge­la­den. Auf dem Tisch steht eine unglaub­li­che Viel­falt an Lecke­reien: Hühn­chen, Gemüse, Nudeln, gefüllte Teig­ta­schen, Was­ser­me­lone und zum Glück weder Hund noch Katze. Auch in China essen unsere Gast­ge­ber eher sel­ten Hun­de­fleisch und wenn doch, dann wer­den wohl nur die häss­li­chen Hunde ver­speist. Zum Nach­tisch bekommt Sil­vana noch ein Heil­mit­tel ver­passt: Vivian – die Frau von Zheng – kocht „Gedampf­tes Ei mit Öl“ und ver­ab­schie­det uns mit drei Packun­gen Tee und einer Schach­tel chi­ne­si­scher Ziga­ret­ten. Schon einen Tag spä­ter ist Sil­vana wie­der fit und lässt in Van­cou­ver ihre Kre­dit­karte glü­hen. Hier und da gibt es ein nied­li­ches Sou­ve­nir und hüb­sche Ober­teile. Beson­ders ent­zü­ckende Klei­dungs­stü­cke gibt es aber in Seat­tle, wo wir die letz­ten drei Tage ver­bracht haben. Vor allem für Silvana’s Kre­dit­karte gilt hier das Motto: „Schlaf­los in Seat­tle“. Die kleine Chip­karte kommt nicht nur in den cools­ten Kla­mot­ten­lä­den zum Ein­satz, son­dern auch in unse­rem Hotel­zim­mer: Sil­vana liegt müde in ihrem Hotel­bett und drückt schlaf­trun­ken auf der Fern­be­die­nung herum. Sie wird immer schwä­cher und schläf­ri­ger und betä­tigt direkt wäh­rend des Ein­schla­fens die Okay-Taste und bestellt sich einen kos­ten­pflich­ti­gen Spiel­film. Dank der let­zen Tage ist die Kre­dit­karte gut auf­ge­wärmt und bezahlt beim Ausch­e­cken brav die 16 $ Film­ge­bühr. Nur die Kar­ten­be­sit­ze­rin ärgert sich grün und blau über ihr teu­res Miss­ge­schick.
Mün­chen, Toronto, Vic­to­ria, Van­cou­ver, Seat­tle: Silvana’s Kre­dit­karte hat immer einen Weg gefun­den und ihr damit einen span­nen­den Kanada-Urlaub beschert. „Die Kre­dit­karte kennt eben den Weg!“, wie Sil­vana gern zu sagen pflegt.

Über den Autor

Mady Host

... geboren 1985, studierte bis zum August 2008 Gesundheitsförderung und –management in Magdeburg. Seit Herbst 2008 studiert sie im Masterstudiengang Sozial- und Gesundheitsjournalismus. Im Februar 2009 erschien ihr erstes Buch über ihre Reise auf dem spanischen Jakobsweg. Im Folgejahr unternahm sie eine Trekkingtour auf Island und im Februar 2010 erschien ihr zweites Buch. Im Rahmen ihres Studiums absolviert sie gerade ein Austauschsemester in Kanada - und genau davon handelt auch ihre Kolumne... Von Magdeburg nach Frankfurt über New York nach Vancouver: Das Abenteuer Kanada kann beginnen! Mady und ihre Freundin Cornelia werden für fünf Monate sowohl den Campus der Uni Victoria, als auch die kanadische Wildnis unsicher machen. Mady berichtet in ihrer Kolumne über ihr Studentendasein in Victoria und denn Abbau ihrer Bären-Phobie.

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Website des Autorenhttp://www.mady-host.de

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05 2010

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  1. sebastian Arnold #
    1

    Habe sel­ten mich so köst­lich über einen Bei­trag amü­siert wie den hier geschrie­be­nen und kann dies aus eige­ner Erfah­rung nur bestätigen,das in Ame­rika bzw in den USA die Kre­dit­karte den Weg leich­t­er­kennt wie in Deutschland.Wenn man sogar den Cheese­bur­ger für 1$ mit der Karte zah­len kann ist das ein­fa­cher wie Bargeld.Wie gesagt tolle Kolumne und ich werde wei­ter deine Bei­trlge wei­ter ver­fol­gen und mich hof­fent­lich wei­ter so schön unterhalten.Euch 2 Damen noch eine tolle Zeit in Victoria.MfG Sebas­tian Arnold..

  2. silvana gitter #
    2

    nun nehme ich stel­lung dazu,weil ich die per­son bin um die es hier geht.
    ich habe mich fast tot­ge­lacht über die schreib­weise von mady.
    total span­nend auch geschrie­ben, lei­der ist das auch alles so wahr wie es geschrie­ben ist und ich freu mich schon auf meine kre­dit­kar­ten­ab­rech­nung…
    naja freuen ist der fal­sche aus­druck vielleicht„,ich erwarte sie mit zit­tern.
    :-)
    trotz­dem bin ich begeis­tert von der schreib­weise und die 2 bücher von mady host, sind natür­lich genauso amü­sant und infor­ma­tiv geschrie­ben.
    liebe grüßle aus dem vogtland



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