Archiv für ‘Allgemeines’-Kategorie

Traumland Kanada: Bis Bald! Kanadakolumne #020

Komm geh mit mir nach Kanada
Dort wer­den unsre Träume wahr
Von einem klei­nen Haus hoch in den Ber­gen
Mit dir allein durch Wäl­der zieh’n
Durch weite Wie­sen saf­tig grün
Und Nachts ist war­mes Gras dann unsre Welt

Ein­mal möcht’ ich, daß wir zwei erle­ben
Wie es ist, so end­los frei zu sein
Alles tun, wovon wir sonst nur reden
Laß uns beide ein­fach glück­lich sein …

“Komm Geh Mit Mir Nach Kanada“ (Bernd Schütz)

Ja, vor fünf fan­tas­ti­schen Mona­ten hieß es für Cor­ne­lia und mich: Komm geh’ mit mir nach Kanada, dort wer­den unsre Träume wahr. Und nun heißt es Abschied neh­men vom Traum­land Kanada. In weni­gen Tagen wer­den wir über die Wol­ken der Pro­vinz Bri­tish Colum­bia glei­ten und letzte Bli­cke auf die mäch­ti­gen Rocky Moun­tains wer­fen.
Unsere Kana­da­bi­lanz?
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26

08 2010

“Der Bär in meinem Bett” Kanadakolumne #019

Der Mor­gen­tau ver­ab­schie­det sich von Kanada’s Wie­sen und macht der auf­ge­hen­den Sonne Platz. Eine Frau liegt schla­fend in ihrem Ehe­bett und wird vom Wecker­klin­geln unsanft aus den Träu­men geris­sen. Schlaf­trun­ken dreht sie sich auf die Seite und brei­tet ihre Arme aus. Sie erschreckt, als sie den ver­trau­ten Kör­per ihres Man­nes neben sich spürt und ruckelt ihn wach. Schließ­lich steht er doch immer vor ihr auf, um pünkt­lich bei der Arbeit sein zu kön­nen. Der Mann rea­giert so gar nicht auf die Berüh­run­gen sei­ner Frau. Lang­sam öffnet sie ihre Augen und ver­sucht dabei wei­ter­hin ihn wach zu schüt­teln. Als sie die Augen end­lich geöff­net hat, fährt sie beängs­tigt zusam­men. Neben ihr liegt ein Schwarz­bär und genießt die Vor­züge eines war­men, wei­chen Bet­tes.
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19

08 2010

Unser fantastisches Kanadamärchen — Teil 2 Kanadakolumne #018

Die Natur, die sich vor unse­ren erstaun­ten Augen auf­tut, ent­spricht haar­ge­nau mei­ner Wunsch­vor­stel­lung von Kanada. Schmale Nadel­bäume, spie­gel­glatte Seen, über­wäl­ti­gende Berge und Schluch­ten, durch die sich der Colum­bia River schlen­gelt, und saf­tig grüne Wie­sen rau­ben uns den Atem. Bei­nahe kann ich die Urein­woh­ner hören wie sie auf ihren Pfer­den durch die Wild­nis rei­ten und im har­mo­ni­schen Ein­klang mit der Natur leben. Auch wir sind sehr deut­lich zu hören mit unse­ren zwei Bärenglo­cken und dem lau­ten Gesang. Da macht es uns fast nichts aus, dass die Kana­dier ein wenig über uns schmun­zeln und uns mit blö­den Wit­zen, wie die­sem hier bespa­ßen: „Was ist der Unter­schied zwi­schen einem Schwarz­bär und einem Grizzly?
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12

08 2010

Unser fantastisches Kanadamärchen — Teil 1 Kanadakolumne #017

Diese Kolumne ver­fasse ich völ­lig unver­sehrt an mei­nem Schreib­tisch in Vic­to­ria. Ich bin näm­lich nicht in die ungüns­tige Situa­tion gera­ten, einen WLAN-Zugang aus einem Bären­bauch her­stel­len zu müs­sen. Den­noch kann ich die Frage nach dem Bären sofort beant­wor­ten: Bereits auf unse­rer Hin­fahrt in die Rockies haben wir einen jugend­li­chen Schwarz­bä­ren über die Straße huschen sehen. Lei­der war der kleine Kerl viel zu schnell, als das wir Beweis­fo­tos hät­ten schie­ßen kön­nen. Mög­li­cher­weise hat er unsere Bärenglo­cken im Kof­fer­raum klin­geln hören. Vor der Abreise hat sich Scott – unser kana­di­scher Mit­be­woh­ner – schon herz­haft über die klei­nen Klin­geln amü­siert und sich aus­ge­malt, wie wir in der Wild­nis nach einem Bären suchen, um ihm die Bim­mel an sein Fell zu hef­ten. Nach die­ser ers­ten Bären­be­geg­nung bin ich ein wenig beru­hig­ter, denn das Tier war klei­ner und ängst­li­cher als gedacht. Schon unser Hin­weg ist also ein Aben­teuer für sich. Ins­ge­samt 14 Stun­den düsen wir mit den Stu­den­ten Rosanna und Nick durch saf­tig grüne Land­schaf­ten, an glas­kla­ren Seen vor­bei, durch Nadel­wäl­der und Gebirge. Lange geht es durch tro­ckene, glü­hend heiße und hüge­lige Abschnitte, auf denen mei­len­weit kein ande­res Auto zu sehen ist – nur die end­lose Straße vor uns und die offene Land­schaft neben uns. Die Tem­pe­ra­tu­ren lie­gen außer­halb und inner­halb unse­res Fahr­zeu­ges bei etwa 40° Cel­sius. Eine Kli­ma­an­lage gibt es nicht.
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05

08 2010

Alles nur Zufall? Kanadakolumne #016

In die­ser Woche ist es bis­her noch Nie­man­dem gelun­gen, uns mit (hoch-)prozentigen Geträn­ken „über zu ver­sor­gen“ und einen Bären­an­griff hat es erfreu­li­cher­weise auch (noch) nicht gege­ben. Diese güns­tige Aus­gangs­lage erlaubt es mir, ein wenig zurück­zu­den­ken und dar­über zu phi­lo­so­phie­ren, was es mit Zufäl­len und Begeg­nun­gen so auf sich hat. Schon wäh­rend unse­rer letz­ten grö­ße­ren Rei­sen (Jakobsweg/Spanien und Island) sind Conny und ich häu­fig zum rich­ti­gen Zeit­punkt auf genau die rich­ti­gen Men­schen getrof­fen. Sie haben uns ent­we­der geo­gra­fisch ein Stück­chen voran gebracht oder uns mit ihrer Herz­lich­keit und Wärme fas­zi­niert. Neh­men wir das ver­gan­gene Wochen­ende: Cor­ne­lia und ich erwi­schen ver­se­hent­lich die fal­sche Ein­fahrt. Prompt lan­den wir bei einer gast­freund­li­chen Cam­per­runde und schip­pern mit Bacardi Bree­zer zu Coun­try Musik über einen male­ri­schen See, des­sen Ufer und Inseln mit präch­ti­gen Nadel­bäu­men gesäumt sind. Gehen wir aber mal ein gan­zes Stück­chen zurück: Als wir am 31. März in Vic­to­ria ange­kom­men sind, hat­ten wir weder eine Han­dy­num­mer von unse­rem Ver­mie­ter noch ein funk­tio­nie­ren­des Mobil­te­le­fon. Den­noch haben wir die erste Nacht nicht im Vor­gar­ten ver­brin­gen müs­sen, weil unser Haus­be­sit­zer exakt in dem Moment die Straße hin­auf fuhr, als wir uns schwit­zend mit 80 Kilo­gramm Gepäck durch die Nach­bar­schaft kämpf­ten. Er konnte uns zwar die Kof­fer nicht abneh­men, aber immer­hin die Schlüs­sel aus­hän­di­gen und uns per­sön­lich in die Geheim­nisse sei­ner Zet­tel­bot­schaf­ten (im gesam­ten Haus ver­teilt) ein­wei­sen. Dem Zufall sei Dank!
Als wir im Mai mit unse­rer Kre­dit­karte „Schlaf­los in Seat­tle“ spiel­ten, haben wir sofort nach unse­rer Ankunft eine über­ra­schende und lie­bens­wür­dige Begeg­nung gehabt.
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22

07 2010

Bären? Ja, nein, vielleicht? Kanadakolumne #015

Vic­to­ria, 30 Grad Cel­sius: Der Som­mer ist da! Anlass genug, end­lich ein­mal wie­der vom kusche­li­gen Bett auf die Iso­matte umzu­stei­gen und cam­pen zu fah­ren. Wir packen unsere rie­si­gen Trek­kin­gruck­sä­cke und schwin­gen bzw. hie­ven unsere sport­li­chen Kör­per auf die Fahr­rä­der und düsen Rich­tung „The­tis Lake“. Der Schweiß rinnt uns von den platt gedrück­ten, rui­nier­ten Haar­fri­su­ren (Blöde Helm­pflicht!) über die Stirn, hinab zum Kinn. Zum Glück errei­chen wir nach knapp zwei Stun­den bereits unser Ziel und sind zutiefst geschockt und abge­schreckt von dem Anblick, der sich uns dort bie­tet: Bal­ler­mann­stim­mung auf 20 qm. Hier müs­sen wir weg! Auf der Suche nach ech­ter kana­di­scher Idylle, stram­peln wir hoff­nungs­voll wei­ter zum „Lang­ford Lake“. Wir pas­sie­ren ein Hin­weis­schild mit fol­gen­der Auf­schrift: „Kein Zutritt. Pri­vat­ge­lände. Zugang nur für Cam­per.“ Schnur­stracks bie­gen wir ab. Schließ­lich wol­len wir ja Cam­per wer­den, sodass wir das Areal getrost beschrei­ten kön­nen. Nach weni­ger als drei Minu­ten stoppt uns ein blon­der Mann mitt­le­ren Alters und erkun­digt sich nach unse­rem Anlie­gen. Freu­dig zei­gen wir auf unsere umfäng­li­che Aus­rüs­tung und ent­geg­nen: „Wir möch­ten hier zel­ten!“
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15

07 2010

Vorsicht vor der chinesischen Mafia! Kanadakolumne #014

Sams­tag­mor­gen in Kanada: Unser chi­ne­si­scher Ver­mie­ter hat mich schon einige Zeit nicht mehr in mei­nem Bade­hand­tuch über­rascht. Ich frage mich ernst­haft, ob es ihm gut geht und er okay ist. Meine Besorg­nis hält aller­dings nur bis zum fol­gen­den Tag an. Unser Haus­be­sit­zer schleppt näm­lich eine zarte, kleine Chi­ne­sin mitt­le­ren Alters ins Haus und zeigt ihr gedul­dig jeweils ein Zim­mer in allen drei Eta­gen. Nach sorg­fäl­ti­ger Inspek­tion des Hau­ses, wil­ligt die Dame ein und ent­schließt sich zu uns ins Erd­ge­schoss zu zie­hen. Jetzt wo wir ja Nach­barn sind, macht es uns auch über­haupt nichts aus, dass sie neu­gie­rig in unsere Räume lugt und unse­ren Kühl­schrank sorg­fäl­tig inspi­ziert. Gleich am nächs­ten Tag fährt sie mit ihrem knall­ro­ten PKW vor und ver­bar­ri­ka­diert die halbe Ein­fahrt mit Kar­tons, Schlaf­sä­cken und kis­ten­weise Lebens­mit­teln. Auf mei­nem Weg in die Frei­heit frage ich sie erstaunt nach ihrer geplan­ten Auf­ent­halts­dauer. Im flie­ßen­den Eng­lisch mit kla­rer, chi­ne­si­scher Beto­nung ent­geg­net sie: „Ach, nur 2 Tage!“ und baut wei­ter den Ein­gang zu. Als wäre das nicht son­der­bar genug, ver­sucht sie am Abend krampf­haft ihren Lap­top inter­nett­aug­lich zu machen. Da es Pro­bleme gibt, klet­tert sie in unsere kleine Tech­nik­kam­mer und spielt an den Kabeln herum. In mei­ner Fan­ta­sie sehe ich schon eine dicke „Offline-Warnung“ auf MEINEM Lap­top blin­ken.
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08

07 2010

FEUER!!! Kanadakolumne #013

Bereits in der letz­ten Woche stand fest: „Kanada ist ursprüng­lich, natür­lich, offen­her­zig und rie­sen­groß.“ In die­ser Woche muss ich die­ser Fest­stel­lung zwei wei­tere Adjek­tive hin­zu­fü­gen: Kanada ist auch ver­räu­chert und ver­qualmt. Was ich damit meine: Es ist Frei­tag­abend. Conny und ich sit­zen gemüt­lich auf der Couch. Ich stu­diere die dies­wö­chi­gen Supermarkt-Sonderangebote, wäh­rend Cor­ne­lia auf ihrem Lap­top her­um­drückt. Urplötz­lich ertönt aus der Küche ein Schuss. Ent­setzt bli­cken wir uns an, machen dann aber gleich einen unse­rer Mit­be­woh­ner für die­ses Geräusch ver­ant­wort­lich. Wäh­rend ich gewis­sen­haft in der Wer­bung blät­tere und mich hoch kon­zen­triert frage, ob fünf Fla­schen Ketchup inner­halb von zwei Mona­ten zu schaf­fen sind, ent­wi­ckelt die WG-Küche ein Eigen­le­ben. Geschätzte zehn Minu­ten nach dem selt­sa­men Schuss, ertönt näm­lich ein ohren­be­täu­ben­der Feu­er­alarm.
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01

07 2010

Habt ihr Euch etwa verlaufen? Kanadakolumne #012

Die kana­di­sche Juni­sonne scheint mir auf den Kopf und wärmt meine Gedan­ken. Wäh­rend ich so auf der Ter­rasse sitze und über das Thema der dies­wö­chi­gen Kolumne nach­denke, wird mir bewusst, dass es Halb­zeit ist. Nein, nicht beim Fuß­ball! Conny und ich haben nun schon die Hälfte unse­res Aus­tausch­se­mes­ters in Kanada hin­ter uns. Erschre­ckend, wie schnell die Zeit bis­her ver­gan­gen ist. Jeden­falls möchte ich „das Berg­fest“ zum Anlass neh­men, um meine per­sön­li­chen „Kanada-Highlights“ mit Euch zu tei­len. Schon in der letz­ten Woche wurde klar, dass die Abfluss­rohre hier etwas schma­ler sind und zur Papier-Sparsamkeit gera­ten wird. Pas­send dazu, lie­gen die Preise für das Toi­let­ten­pa­pier wesent­lich höher, als bei uns. So haben wir tri­um­phiert, als es heute das 2-lagige „Royale“ für nur 7$ (plus Steu­ern) im Super-Sonderangebot gab. Bis auf die Abfluss­rohre ist sonst (fast) alles ein wenig grö­ßer. So fal­len wir fast wöchent­lich, nach dem Ein­kau­fen, vom Fahr­rad, wenn wir 4-Liter-Milchkanister, XXL-Säfte und Joghurt-Eimer (Son­der­an­ge­bot!), spa­zie­ren fah­ren. Auch die wun­der­schöne Natur ist üppi­ger und urwüch­si­ger, als bei uns. Um eine der ural­ten, rie­si­gen Zedern umar­men zu kön­nen, bedarf es schon ein wenig Arm­gym­nas­tik. Die gigan­ti­schen Kie­fern­ge­wächse errei­chen näm­lich einen Durch­mes­ser von bis zu fünf Metern und sol­len einem Glück brin­gen, wenn man sie lie­be­voll umarmt. Apro­pos lie­be­voll:
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24

06 2010

Sprechen Bären Englisch? Kanadakolumne #011

Geschirr klirrt. Eine Kühl­schrank­tür wird geöff­net und wie­der geschlos­sen. Kaf­fee­was­ser kocht. Lang­sam sto­ßen wir die Tür zur Küche auf und tat­säch­lich ste­hen wir einer frem­den, blon­den Frau gegen­über. Wir haben den Haus­geist ertappt! Nach einem knap­pen Wort­wech­sel steht fest: Unser Gespenst ist völ­lig neben der Spur. Weil wir wis­sen, dass hier Mari­huana geraucht wird, boh­ren wir nicht wei­ter nach und ver­ste­cken uns lie­ber wie­der in unse­ren Zim­mern. Wir stu­fen unser Gespenst den­noch als „unge­fähr­lich“ ein und kön­nen ruhi­gen Gewis­sens auch mei­nen Vater und meine Groß­mut­ter im Geis­ter­haus ein­quar­tie­ren. Diese Woche ist es end­lich soweit: Der bärige Fami­li­en­aus­flug an die West­küste steht bevor. Zunächst gibt es aber andere kolos­sale Hin­der­nisse zu über­win­den:
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17

06 2010