Archiv für ‘Kanadakolumne’-Kategorie

Gespensteralarm!!! Kanadakolumne #010

„Shì“, „bù“, „xiè­xie“ und „nínhǎo“! Ja, ich lerne chi­ne­sisch! Aber nur gele­gent­lich – immer dann, wenn ich mich nicht gerade mit Bärenvermeidungs-Maßnahmen befasse oder auf eng­lisch mei­nen Kaf­fee bei Star­bucks bestel­len muss. Die drei Worte bedeu­ten über­setzt: „Ja“, „Nein“ und „Danke“ und ich habe sie von unse­ren chi­ne­si­schen Freun­den Zhen und Vivian gelernt. Seit dem gemein­sa­men Essen in ihrem Hause, sind wir immer mal wie­der mit ihnen unter­wegs und erfah­ren all­mäh­lich mehr über ihren chi­ne­si­schen Lebens­stil. Zuletzt sind wir gemein­sam auf den Mount Dou­glas (Berg inmit­ten Victoria’s) gewan­dert und haben gepick­nickt. Wenn es einem Chi­ne­sen schmeckt, dann wird gerne ein­mal laut geschmatzt. Für uns eine unge­wohnte Art und Weise, sich für unsere Käse­sand­wi­ches zu bedan­ken. Wie man sich auf chi­ne­sisch rich­tig zupros­tet, müs­sen wir vor­erst nicht ler­nen. Es ist in Kanada ver­bo­ten, in der Öffent­lich­keit Alko­hol zu trin­ken und unser Freund besitzt eine Alkohol-Unverträglichkeit und bekommt beim Trin­ken Aus­schlag und Pus­teln – ein schreck­li­ches Lei­den! Wie er da wohl bei sei­ner Hoch­zeit ange­sto­ßen hat?
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09

06 2010

Wie überlebe ich einen Bärenangriff? Kanadakolumne #009

In der letz­ten Kolumne ist das Thema „Bär“ lei­der viel zu kurz gekom­men. Aus die­sem Grund möchte ich die aktu­elle Kolumne ganz den pel­zi­gen Rie­sen wid­men. Außer­dem bekom­men Cor­ne­lia und ich bald Besuch von mei­ner Fami­lie. Damit möchte ich jetzt aber nicht zum Aus­druck brin­gen, dass meine Fami­lie Ähnlich­kei­ten mit Bären hat. Es geht viel­mehr darum, dass wir mit den Bei­den – mei­nem Vater und mei­ner Groß­mut­ter – einen Aus­flug nach „Tofino“ pla­nen. Das Sur­fer­pa­ra­dies gilt als land­schaft­li­cher Juwel an der West­küste von Van­cou­ver Island und besitzt nicht nur mensch­li­che Ein­woh­ner, son­dern auch tie­ri­sche Mit­bür­ger. Dazu gehö­ren lei­der auch die plü­schi­gen Raub­tiere, vor denen ich mich so fürchte. Damit Cor­ne­lia, mein Vater, meine Oma und ich den Aus­flug unbe­scha­det über­ste­hen, habe ich mich in das Thema „Bären-Sicherheit“ ein­ge­le­sen.
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03

06 2010

Die Kreditkarte kennt den Weg! Kanadakolumne #008

Diese Woche haben wir Besuch bekom­men: Conny’s Freun­din Sil­vana hat den wei­ten Weg aus dem Vogt­land bis an die kana­di­sche West­küste auf sich genom­men, um uns zu sehen. Sie ist auf ihrer wei­ten Reise aller­dings nie allein gewe­sen, denn ihre Kre­dit­karte hat sich als sehr treuer Weg­ge­fährte ent­puppt. Ihren ers­ten Ein­satz hatte die kleine Plas­tik­chip­karte im Duty Free Shop in Mün­chen. Dort musste sie näm­lich eine Fla­sche Rum finan­zie­ren. In Toronto hat die Spi­ri­tuose jedoch für schwa­che Ner­ven und ordent­li­chen Zeit­druck gesorgt, als Sil­vana erfah­ren musste, dass der Alko­hol nicht wie­der mit ins Hand­ge­päck darf. Ihr Kof­fer war schon längst auf dem Weg in das Flug­zeug, sodass der Rum – ver­packt in einem Kar­ton – sepa­rat auf­ge­ge­ben wer­den musste. Zum Glück sind Sil­vana, ihre Kre­dit­karte und der Rum pünkt­lich bei uns in Vic­to­ria ange­kom­men. Bei der Begrü­ßung müs­sen wir aller­dings vor­sich­tig sein, denn Sil­vana hat sich auf dem Inlands­flug zwi­schen Toronto und Vic­to­ria die „Kana­di­sche Rüs­sel­pest“ zuge­zo­gen.
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28

05 2010

Bitte keine Heiratspläne! Kanadakolumne #007

Wahr­heit oder Lüge: Auch Wasch­bä­ren sind wiss­be­gie­rig und trei­ben sich an der Uni­ver­si­tät herum? Wahr­heit! An den ver­gan­ge­nen zwei Wochen­en­den haben Cor­ne­lia und ich einen Work­shop zum Thema: „Wie halte ich eine gute Prä­sen­ta­tion?“ besucht. Bei unse­rem Besuch an der Uni haben wir nicht nur gelernt auf der Bühne und vor dem Publi­kum zu glän­zen, son­dern muss­ten auch erfah­ren, dass wir gar kei­nen Kor­ken­zie­her benö­ti­gen, um Wasch­bä­ren abzu­weh­ren. Genauso wie der erste Bär und alle Kanin­chen auf dem Cam­pus, ist auch die­ses Fell­tier vor uns aus­ge­ris­sen. Solange das auch bei den Grizz­lys in den Rocky Moun­tains funk­tio­niert, steht einem Wild­nis­trip ja nichts mehr im Wege! Zurück zum Thema Wahr­heit oder Lüge.
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20

05 2010

Ein One-Night-Stand mit einem Korkenzieher Kanadakolumne #006

Es ist dun­kel drau­ßen und ein sanf­ter Wind wiegt die Bäume im Gar­ten. In mei­nem Zim­mer brennt noch Licht und ich bli­cke durch die gro­ßen Veran­da­tü­ren in den düs­te­ren Vor­gar­ten und ich genieße die ange­bro­chene Nacht. Im Haus ist es ruhig. Bis auf Cor­ne­lia schei­nen alle Mit­be­woh­ner das Weite gesucht zu haben. Der Ame­ri­ka­ner ist schon vor Wochen aus­ge­zo­gen und der ver­spro­chene Nor­we­ger exis­tiert wahr­schein­lich über­haupt nicht. Urplötz­lich durch­drin­gen zwei Stim­men die Nacht und hau­chen der aus­ge­stor­be­nen WG Leben ein. Eine Män­ner– sowie eine Frau­en­stimme erklim­men die hel­len Holz­trep­pen und dre­hen im Ober­ge­schoss die Dusche an. Zur Lösung die­ses Fal­les, ziehe ich Cor­ne­lia zu Rate. Unsere Ant­wort steht schnell fest: Es gibt ihn doch, den mys­te­riö­sen Nor­we­ger und er hat Damen­be­such. Wochen­lang ist alles ruhig und nun schleppt unser Mit­be­woh­ner gleich einen One-Night-Stand ins Haus. Vor­sichts­hal­ber benutze ich Ohro­pax und genieße erst ein­mal eine ruhige Nacht. Am fol­gen­den Mor­gen kochen Conny und ich Kaf­fee und ver­neh­men Schritte.
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13

05 2010

Bärenalarm im Garten! Kanadakolumne #005

Fünf­ter Mai: Noch immer kei­nen Squash­ball ins Auge bekom­men. Som­mer­fi­gur gleicht aller­dings auch noch der Win­ter­fi­gur. Immer­hin keine Gewichts­zu­nahme. Und das trotz aus­ge­dehn­ter Schlem­mer­abende anläss­lich eines run­den Geburts­ta­ges. (Das Geburts­tags­kind möchte unbe­kannt blei­ben.) Die Fei­er­lich­kei­ten haben wir am ver­gan­ge­nen Mitt­woch mit dem erneu­ten Besuch unse­res Eng­lisch­kur­ses in der Innen­stadt ein­ge­lei­tet. Der Unter­richt ist gra­tis, weil ange­hende Leh­rer sich an uns Fremd­sprach­lern aus­pro­bie­ren. Dazu gehö­ren – bis auf uns – nur Asia­ten. Wir sit­zen also auch diese Woche wie­der brav im Klas­sen­zim­mer und bil­den den blon­des­ten Farb­tup­fer im Raum. Weil unsere Mit­schü­ler so lebens­froh und auf­ge­schlos­sen sind, gehen wir mit „Akino“ und „Kana“ im Anschluss an den Kurs in unsere gemüt­li­che Tapa-Bar. Akino und Kana sind zwei freund­li­che Japa­ne­rin­nen, die zum Stu­die­ren bzw. Arbei­ten nach Kanada gekom­men sind. Ihr Eng­lisch ist auf ähnli­chem Niveau wie unse­res und wir kön­nen uns super ver­stän­di­gen. Wir essen mexi­ka­ni­sche Chips und Oli­ven und genie­ßen dazu einen spa­ni­schen Weiß­wein. Das war aller­dings nur der Anfang.
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06

05 2010

Mit dem Fahrradhelm auf Bärenjagd. Kanadakolumne #004

Die Luft riecht wun­der­bar sal­zig, das Was­ser ist kris­tall­klar und voll­kom­men sau­ber. Eine erfri­schende Früh­lings­brise weht mir ins geschwitzte Gesicht und ich fühle mich so wun­der­bar frei. Vor mir dreht ein Otter seine Run­den im Meer und Schwäne spa­zie­ren über die gras­be­wach­sene Stein­küste. Male­ri­sche, bunte Häus­chen umge­ben die roman­ti­sche Küs­ten­li­nie. Diese wun­der­ba­ren Ein­drü­cke sam­meln wir auf unse­rer ers­ten grö­ße­ren Rad­tour. Seit ein paar Tagen besit­zen wir zwei Moun­tain­bikes, die uns die Uni­ver­si­tät gra­tis zur Ver­fü­gung stellt – bis zum Ende unse­res Auf­ent­halts. Wir haben uns nur noch einen Fahr­rad­helm zule­gen müs­sen; denn hier herrscht Helm­pflicht! Aller­dings wer­den hier meis­tens nur die coo­len Helme getra­gen, die die im Ska­ting­be­reich üblich sind. Wir fin­den uns halb­wegs ansehn­lich, auch wenn wir in Wirk­lich­keit wohl eher wie „Bom­ber­man“ und der „Bekloppte Frosch“ aus der Klin­gel­ton­wer­bung aus­se­hen. Einen Vor­teil hat das Ganze: Wenn uns ein Bär begeg­net, brau­chen wir nun nur noch die Häup­ter sen­ken und auf den Pelz­rie­sen zustür­men. Mit unse­ren Kano­nen­köp­fen set­zen wir ihn garan­tiert außer Gefecht – sofern wir emp­find­li­che Weich­teile gezielt rammen!

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29

04 2010

“3er-Pasch”. Kanadakolumne #003

Ich ver­nehme ein lei­ses Pol­tern aus dem Kel­ler­ge­schoss. Mit einem Knall fliegt meine Zim­mer­tür auf und der Kel­ler­mensch steht im Bären­kos­tüm vor mei­nem Bett und brüllt laut. Sein unfreund­li­ches Gebrumme ver­wan­delt sich plötz­lich in wir­res Geklin­gel und über­all blin­ken knall­bunte Lich­ter. Ich schre­cke hoch und wache schweiß­ge­ba­det auf. „Puh! Nur ein Traum!“, denke ich erleich­tert. Die Rea­li­tät sieht näm­lich viel bes­ser aus: Heute ist Sams­tag und wir flie­gen nach LAS VEGAS!!!  Ein Hoch auf unsere erfolg­rei­che Schnäppchen-Jagd im Rei­se­büro!  Unser Flie­ger gehört aller­dings eher in die Kate­go­rie „Spiel­zeug fürs Kin­der­zim­mer“ und vor dem Start muss die Ste­war­dess die Flug­gäste so plat­zie­ren, dass die gesamte Pas­sa­gier­masse opti­mal im Flie­ger ver­teilt sitzt. Natür­lich trifft es uns und wir wer­den umquar­tiert, wäh­rend im Gang neben uns eine schwer­ge­wich­tige US-Amerikanerin thront …
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22

04 2010

Kellermenschen, Kaninchen und knackige Getränkepreise. Kanadakolumne #002

Lang­sam schiebe ich die Tür zum Bade­zim­mer auf: Ein mäch­ti­ger Bär in einem Putz­kit­tel steht in unse­rem Bad und schrubbt emsig Dusche, Klo­schüs­sel und Fuß­bo­den. Ich bin beein­druckt und habe gar keine Angst. Aber gut: Scherz bei­seite! Das Bad mit Eigen­le­ben wurde am Tag nach unse­rer stra­pa­ziö­sen Ankunft von der Gat­tin des Ver­mie­ters in stun­den­lan­ger, müh­sa­mer Arbeit von Grund auf gerei­nigt. Sogar so gut, dass sich nun auch Deut­sche darin wohl­füh­len kön­nen und wir bereit sind die Miete zu bezah­len. Dafür wer­den wir am fol­gen­den Mor­gen mit einem Strom­aus­fall belohnt, der uns bis zum Nach­mit­tag in den war­men Schlaf­sä­cken gefan­gen hält und hei­ßen Kaf­fee erst nach 15 Uhr ermög­licht – so etwas sollte ver­bo­ten wer­den! Das Oster­wo­chen­ende ver­brin­gen wir in der wun­der­schö­nen Innen­stadt am Hafen. Ostern wird hier zwar auch gefei­ert, aber so fana­tisch wie in Syd­ney (Aus­tra­lien) geht es hier nicht zu.
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15

04 2010

Angepöbelt, vergöttert und beschimpft: Magdeburg-Frankfurt-New York-Vancouver. Kanadakolumne #001

Erste Impressionen - New YorkBahn­fahrt Magdeburg-Frankfurt: Noch keine Bären in Sicht. Dafür aber ein pene­tran­ter, mür­ri­scher Opa, der unbe­dingt dort sit­zen möchte, wo sich unsere 80 Kilo­gramm Rei­se­ge­päck sta­peln. Der Schaff­ner ist uns gut geson­nen und schickt den Herrn auf einen ande­ren der unzäh­li­gen freien Sitz­plätze. Nach die­ser lieb­lo­sen Begeg­nung schlie­ßen wir Bekannt­schaft mit einem Betrun­ke­nen, der uns erst pau­sen­los anbag­gert und am Ende der Zug­fahrt wut­ent­brannt schreit: ICH HASSE OSSIS! Wir füh­len uns ange­spro­chen und müs­sen laut lachen. Wir sagen: „Thank you for tra­vel­ling with Deut­sche Bahn!“ und sind gespannt auf den New York– Flug mit AIR INDIA.

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08

04 2010