Online, offline: Welche Publikationsform ist wichtiger?
Seit geraumer Zeit stoße ich immer wieder auf ein Thema, was in zahlreichen Diskussionen angerissen wird, aber kaum mal konzentriert besprochen wird. Es ist die Frage nach dem Bedeutungsunterschied zwischen klassischer Print– und der (moderneren) Onlinepublikation. Ohne Zweifel ist es in der Verlagsbranche und im Wissenschaftsbetrieb seit geraumer Zeit zu einer massiven Veränderungsbewegung gekommen: als Stichworte sollen hier Digitalisierung, E-Book und Open Access genannt werden. Gleichzeitig treffeich in verschiedenen Gesprächen mit Fachkollegen aus der Wissenschaft (gut, es sind bei mir i. d. R. Historiker oder andere Geisteswissenschaftler) auf Bedenken, Unkenntnis und einer – indirekten – Abwertung von Onlinepublikationen. Ähnliches wird in dem Artikel von Samuel Schläfli zur Akzeptanz von Open Access angedeutet, den ich hier schon mal gepostet in einem anderen Zusammenhang gepostet habe. Für beide Pubilkationsarten sind die Vor– und Nachteile bekannt: Onlineveröffentlichungen, vor allem im Open Access-Format, finden eine bessere und schnellere Verbreitung, können besser rezipiert werden und fördern den Forschungsdiskurs. Andererseits bietet der klassische Druck haptische Vorteile bei der Bearbeitung von Texten (markieren, stromunabhängig, man “besitzt” es eben, bisher auch eine gegebene Akzeptanz). Was ich mich frage ist, warum wird dieser Unterschied in der Wertung von Publikationsarten immer noch gemacht? Ich habe in beiden Formen Aufsätze publiziert und empfand online für den Grad der Verbreitung wesentlich nützlicher. Was sind die Gründe dafür und in welchen Bereichen (denn ich denke, daß eine dem Verwendungszweck angepaßte Publikationsform die “Ideallösung” wäre) wären die unterschiedlichen Arten geeignet? Was meinen Sie dazu?

Vor wenigen Tagen schon im
Es geht los. Unser OpenAccess-Fachjournal AEON. Forum für junge Geschichtswissenschaft startet am 15.10.2009. Im Vortragssaal der Universitätsbibliothek Leipzig “Albertina” stellen ab 15.00 Uhr Jan Meine, Verleger, sowie Golo Ley und Hassan Soilihi Mzé, Herausgeber von AEON, das Journal für Nachwuchswissenschaftler der Geschichtswissenschaft vor. Im Fokus stehen die Idee, das Konzept und die Arbeitsorganisation. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.


