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Besprechung: “Erleuchtung der Welt” – Jubiläumsausstellung zum 600jährigen Geburtstag der Universität Leipzig

Erleuchtung-der-WeltAm Mitt­woch durfte ich an einer Füh­rung in der Jubi­lä­ums­aus­stel­lung zum 600. Geburts­tag der Uni­ver­si­tät Leip­zig “Erleuch­tung der Welt” teil­neh­men. Gelei­tet wurde sie von Herrn Prof. Dr. Dr. Det­lef Döring, Mit­ku­ra­tor der Aus­stel­lung. Auf knapp 1400 Qua­drat­me­tern wurde im Alten Rat­haus zu Leip­zig mit 700 Expo­na­ten die Rolle der Alma mater lip­si­en­sis bei der Her­aus­bil­dung der moder­nen Wis­sen­schaft dar­ge­stellt. Aus­führ­lich und detail­liert erhält der Besu­cher in mehr als 30 The­men­be­rei­chen Ein­bli­cke in die­sen Teil der Geschichte, wobei nicht nur im enge­ren Sinne auf die Welt der Uni­ver­si­tät, son­dern auch auf die Stadt und Mit­tel­deutsch­land ein­ge­gan­gen wird. Ohne Zwei­fel steckt in der Aus­stel­lung sehr viel Arbeit, Mühe und Inter­esse, die zu wür­di­gen sind. Aber bei nähe­rem Hin­bli­cken muß ich eini­ges anmer­ken. Zunächst ist das Thema (im wei­tes­ten Sinne Auf­klä­rung) für eine Jubi­lä­ums­aus­stel­lung zu 600 Jahre (!!!) Uni­ver­si­tät Leip­zig viel zu eng gegrif­fen, wenn man sich das poten­ti­elle Ziel­pu­bli­kum anschaut (Leip­zi­ger Stadt­be­woh­ner und Besu­cher). Hier wäre – ganz klas­sisch – eine Über­blicks­dar­stel­lung über die Leip­zi­ger Uni­ver­si­täts­ge­schichte wohl ange­brach­ter gewe­sen. Ein wei­te­res Pro­blem ist die Umset­zung: Haupt­säch­lich Flach­ware (Bücher, Schrif­ten) und Bil­der (Ölge­mälde, Kup­fer­stich) sind als Expo­nate gewählt wor­den. Vor allem im ers­ten Drit­tel der Aus­stel­lung sind sie fast aus­schließ­lich zu sehen. Als Besu­cher ermü­det man, es fehlt die Abwechs­lung. Nur wenig Mul­ti­me­dia ist ein­ge­setzt wor­den, um so für Kurz­weile und andere Ein­sich­ten zu sor­gen. Des­wei­te­ren sind so man­che The­men­ge­biete sehr spe­zi­ell, die auf wenig Inter­esse sto­ßen (bei­spiels­weise Rolle der Ori­en­ta­lis­tik in der Auf­klä­rung). Als letz­ter Punkt ist die Infor­ma­ti­ons­wei­ter­gabe zu kri­ti­sie­ren. Zwar füh­ren gut ver­ständ­lich gehal­tene, nicht zu lange Ein­füh­rungs­texte in die The­men­be­rei­che ein, die durch die Expo­nat­be­schrei­bun­gen ergänzt wer­den, aber sie zei­gen die inhalt­li­che Ver­bin­dun­gen nicht auf, sie machen zu wenig die Kon­zep­tion deut­lich. Zudem sind sie typo­gra­fisch schlecht auf­be­rei­tet (zu eng bei­ein­an­der die Text­blö­cke gehal­ten, zu enge und ver­ti­kale Schrift, weiße Buch­sta­ben auf grauem Hin­ter­grund aus der Ferne schlecht les­bar [Aus­sage einer Besu­che­rin]). Am belieb­tes­ten war die Kin­der­ecke bei allen Aus­stel­lungs­be­su­chern. Hier konnte man sich mit Hie­ro­gly­phen, Durft­or­geln, Schrift­set­ze­rei und Dru­cken, phy­si­schen Expe­ri­men­ten u.v.m. gut ver­gnü­gen. Viel sagt es über die Aus­stel­lung aus, wenn selbst Erwach­sene diese Ecke aus­führ­lich nut­zen, anstatt sich die Aus­stel­lung anzu­se­hen! Fazit: Eine Aus­stel­lung, die zwar inhalt­lich (wenn man von der grund­sätz­li­chen Kri­tik an der The­men­wahl absieht) ins­ge­samt gut gemacht ist, aber in der Umset­zung eher an eine wie vor 30 Jah­ren gemachte erin­nerte. Eigent­lich trau­rig, da der Anlaß zu viel mehr gege­ben hätte.

Infor­ma­tio­nen:

Aus­stel­lungs­ort

Stadt­ge­schicht­li­ches Museum Leip­zig
Altes Rat­haus
Markt 1
04109 Leipzig

Öffnungs­zei­ten

Di. bis So. 10:00 bis 18:00 Uhr

Ein­tritts­preise

Ein­tritt 6,00 Euro
Ermä­ßigt 4,00 Euro
Schü­ler und Kin­der bis 16 Jahre frei
Grup­pen 4,00 Euro (ab 12 Personen/pro Person)

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27

11 2009

Erleuchtung der Welt – Jubiläumsausstellung der Universität Leipzig

Seit eini­gen Tagen läuft schon die große Jubi­lä­ums­aus­stel­lung zum 600. Geburts­tag der Uni­ver­si­tät Leip­zig unter dem Motto “Erleuch­tung der Welt. Sach­sen und der Beginn der moder­nen Wis­sen­schaf­ten”. Auf knapp 1400 Qua­drat­me­tern und mit rund 700 Expo­na­ten wird die Geschichte der Alma mater lip­si­en­sis und die Her­aus­bil­dung der moder­nen Wis­sen­schaf­ten im Auf­klä­rungs­zeit­al­ter gezeigt (neben­bei bemerkt: die “Auf­klä­rung” ist zur Zeit ein recht belieb­tes Thema, warum wohl?). Aber nicht nur das 17. und 18. Jahr­hun­dert steht im Mit­tel­punkt der Aus­stel­lung, son­dern es wer­den auch die Jahr­hun­derte davor gestreift, um ein Bild der Uni­ver­si­täts­ge­schichte her­aus­ar­bei­ten  und so Ver­än­de­run­gen und Ent­wick­lun­gen auf­zu­zei­gen zu kön­nen. Dane­ben spielt auch die Stadt Leip­zig als Ort für die Uni­ver­si­tät eine wich­tige Rolle.

Infor­ma­tio­nen:

  • Web­site der Ausstellung
  • 9. Juli bis 6. Dezem­ber 2009
  • Stadt­ge­schicht­li­ches Museum Leipzig
  • Öffnungs­zei­ten: Di bis Do, 10 – 18 Uhr

P. S.: Ich finde das Design der Website/Ausstellung nicht sehr gelun­gen, sehr altbacken.

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21

07 2009

Arbeit an einem Buch über Zollikofer

Georg Joachim Zollikofer

Georg Joa­chim Zollikofer

Der­zeit arbei­ten wir am Lay­out und Satz eines Buches über Georg Joa­chim Zol­lik­o­fer. Da müs­sen wir uns etwas spu­ten, denn zur Grün­dung der Zol­lik­o­fer­stif­tung am 11. Juli soll das Buch fer­tig sein. Und da Zol­lik­o­fer wei­test­ge­hend aus dem Gedächt­nis ver­schwun­den ist, hier einige Zei­len zu die­ser Per­son; auch ich musste da erst wie­der etwas auf­fri­schen — aber bald gibt es ja ein wun­der­ba­res Gedächt­nis­auf­fri­schungs­buch :-)

Georg Joa­chim Zol­lik­o­fer ist eine der bekann­tes­ten kirch­li­chen Per­sön­lich­kei­ten Leip­zigs Ende des 18. Jahr­hun­derts. Seit 1758 war er der erste deutsch­spra­chige Pre­di­ger der Refor­mier­ten Kir­che zu Leip­zig und hatte ein gro­ßes  Inter­esse  an den theo­lo­gisch und phi­lo­so­phi­schen The­men der Spät­auf­klä­rung. Seine Berühmt­heit, die weit über die Gren­zen Leip­zig hin­aus  ging und u. a. bei Goe­the mehr­fach Erwäh­nung fin­det,  ist  vor allem sei­ner Auf­fas­sung des Pre­di­ger­amts zuzu­schrei­ben. Er wollte, wie Goe­the bemerkt mit sei­nem kla­ren und ein­dring­li­chem Stile, das Gedan­ken­gut der Auf­klä­rer, dem Thema der Zeit, der Gemeinde näher brin­gen. So wurde Zol­lik­o­fer rasch zum gefei­er­ten Pre­di­ger und die Refor­mierte Kir­che bald zu einem gesell­schaft­lich bedeut­sa­men Schau­platz Leip­zigs der 1760er bis 80er Jahre. Da sich der Amts­an­ritt die­ses ver­dien­ten   Leip­zi­ger Auf­klä­rungs­theo­lo­gen in die­sem Jahr zum 250 Male jährt, soll ihm und sei­nem Wir­ken gedacht werden.

Natür­lich berich­ten wir wei­ter über diese Per­son und das Buch — aber zunächst suche ich den Sound­track für die Arbeit daran. Wie wäre es mit Mando Diao “Dance with Somebody”?

Update (11.06.2009)

Mitt­ler­weile haben wir uns für die Fru­ti­ger für Über­schrif­ten und Aus­zeich­nun­gen sowie auf die Gara­mond für den Fließ­text ent­schie­den. Ein klas­sisch ori­en­tier­tes Buch (hin­sicht­lich der Schrift) wird dies wer­den. Auch wenn die Gara­mond zu pro­sa­isch für Sach­t­exte ist, so passt sie doch in das baro­cke Thema.

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09

06 2009