Erschienen: Georg Joachim Zollikofer – Prediger der Spätaufklärung, Sebastian Schaar/Christian Schmelzer (Hrsg.)

Schon länger berichteten wir über die Arbeit an dem “Zollikofer-Band”. Nun ist er endlich als Band 3 der Editionen + Dokumentationen: “Gedanke ohne Empfindung ist selten wirksam”. Georg Joachim Zollikofer – Prediger der Spätaufklärung, hrsg. von Sebastian Schaar und Christiann Schmelzer.
Das Buch:
Georg Joachim Zollikofer ist einer der bekanntesten kirchlichen Persönlichkeiten Leipzigs zum Ende des 18. Jahrhunderts. Seit 1758 war er der erste deutschsprachige Prediger der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig und hatte ein großes Interesse an den theologischen und philosophischen Themen der Spätaufklärung. Seine Berühmtheit, die weit über die Grenzen Leipzigs hinaus ging und u. a. bei Goethe mehrfach Erwähnung findet, ist vor allem seiner Auffassung des Predigeramts zuzuschreiben. Er wollte, wie Goethe bemerkt, mit seinem klaren und eindringlichen Stil, das Gedankengut der Aufklärer, dem Thema der Zeit, der Gemeinde näher bringen. So wurde Zollikofer rasch zum gefeierten Prediger und die Evangelisch-reformierte Kirche bald zu einem gesellschaftlich bedeutsamen Schauplatz Leipzigs der 1760er bis 80er Jahre. Da sich der Amtsanritt dieses verdienten Leipziger Aufklärungstheologen in diesem Jahr zum 250 Male jährt, soll ihm und seinem Wirken gedacht werden. Anhand von drei originalen Predigten Zollikofers besteht die Möglichkeit, sich in die Zeit und das Anliegen dieses reformierten Predigers zu versetzten. Eine Einführung in die verschiedenen Theologien der Aufklärung und ihrer Bedeutung für die heutige Zeit stellt Dr. Gisa Bauer, Kirchenhistorikerin am Institut für Neuere und Neuste Kirchengeschichte der Universität Leipzig, dar. Daneben wird der Historiker Sebastian Schaar die Stadtgeschichte Leipzigs am Ende des 18. Jahrhunderts veranschaulichen. Dr. Johannes Block, praktischer Theologe an der Universität Leipzig, widmet sich erstmals umfangreich mit einem hymnologischen Beitrag dem uns noch heute im Evangelischen Gesangbuch bekannten Lied Zollikofers „Laß mich, o Herr, in allen Dingen (EG 414)“ mit einem hymnologischen Beitrag . Einen Überblick zum Denken und Leben Zollikofers trägt Christian Schmelzer bei, der gleichzeitig die Herausgeberschaft inne hat. Die Publikation entsteht in Kooperation der Universität Leipzig, Prof. Ratzmann (Praktische Theologie) mit der Pfarrerin der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig, Elke Bucksch. Die Veröffentlichung setzt sich zum Ziel, dem interessierten Leser einen Einblick in die spannende Geschichte der Spätaufklärung zu ermöglichen. Finanziell wird der Band durch die Evangelisch-reformierte Kirche in Leipzig und das Institut für Liturgiewissenschaft der VELKD an der Universität Leipzig unterstützt.
Die Herausgeber:
Dr. Sebastian Schaar
… wurde 1977 in Leipzig geboren. Nach dem Studium der Geschichte, Politik und Philosophie absolvierte er die erste Staatsprüfung (Lehramt an Gymnasien). 2009 wurde er aufgrund der Arbeit „Annäherungen: Über die Wahrnehmung des Weltkrieges 1914 – 1918 in den Selbstzeugnissen Kgl. Sächs. Offiziere“ an der Universität Leipzig promoviert. Sebastian Schaar begleitete Vorstandsämter in Wirtschaftsunternehmen, arbeitet für die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Zeitgeschichtliches Forum Leipzig) und hält Lehrveranstaltungen am Lehrstuhl für Sächsische Landesgeschichte der Universität Leipzig. Wissenschaftlich arbeitet er zu Themen der Sächsischen Landesgeschichte und Kulturgeschichte.
Christian Schmelzer
… wurde 1987 in Zeitz geboren. Seit 2006 studiert er evangelische Theologie an der Universität Leipzig. Christian Schmelzer ist Stipendiat der Begabtenförderung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und beschäftigt sich mit kirchengeschichtlichen, zeitgeschichtlichen, sowie systematisch-theologischen Themen.
Leseprobe:
Informationen zum Buch:
- Umfang 93 + VI Seiten
- 4 Fotos, 1 Reproduktion
- Autorenbeschreibung
- ISBN: 978 – 3-941305 – 07-6
- Preis: 14,95 EUR
- Website
Am 11. Juni 2009 wurde in Leipzig die Zollikofer-Stiftung gegründet.




