“Forschung & Lehre” beschäftigt sich mit OpenAccess

Forschung & Lehre 09/2009: OpenAccess. Wissen für alle oder das Ende des Urheberrechts?
Die Zeitschrift Forschen & Lehren beschäftigt sich in ihrem aktuellen Heft September 2009 in ihrem Leitthema mit OpenAccess. In Interviewform äußern sich die unterschiedlichsten Protagonisten, dadurch erhält der Leser komprimiert Informationen, Meinungen und Eindrücke. Leitfrage in allen Beiträgen ist: inwiefern verletzt OpenAccess das (europäische) Urheberrecht. Zu Wort kommen:
- Herr Prof. Matthias Kleiner, Präsident der DFG: “Die Freiheit der Autoren ist nicht bedroht”. Fragen an den DFG-Präsidenten zur Open-Access-Initiavtive der Allianz der Wissenschaftsorganisationen
- Herr Prof. Reuß, Initiator des “Heidelberger Apells”: Auf dem Weg ins digitale Niemandsland? Zur Kritik an den Initiativen der Allianz der Wissenschaftsorganisationen und von Google Books
- Herr Burkhard Spinnen, Autor: Der Kleingärtner und die Lawine. Warum die Digitalisierung nicht aufzuhalten, aber zu gestalten ist
- Herr Prof. Volker Rieble, Jurist: Freier Zugang zu unfreien Autoren. OpenAccess aus juristischer Sicht
- Frau Annabella Weisl, Strategic Parner Manager, Google Book Search Europa, Naher Osten und Afrika: “Das Urheberrecht wird sorgfältig beachtet”. Google antwortet auf Fragen zur Buchsuche
- Herr Nils Rauer, Jurist: Die Zeit für einen Einspruch läuft ab. Der aktuelle Stand des Google Settlements
- Herr Niels C. Taubert, Soziologe: Eine Frage der Fächerkultur? Akzeptanz, Rahmenbedingungen und Adaption von OpenAccess in den Disziplinen
Eigentlich ist es schon interessant, daß es erst jetzt, nachdem die Diskussion um den “Heidelberger Appell”, causa google etc. schon lange andauert, in den Mitteilungen des Deutschen Hochschulverbandes das Thema aufgenommen wurde. Das zeigt schon einiges. Nun ja, aber gut ist es, daß überhaupt das Thema beleuchtet wird, auch unter verschiedenen Blickwinkeln. Problematisch finde ich zwei Dinge: einerseits die Wahl der Leitüberschrift “OpenAccess. Wissen für alle oder das Ende des Urheberrechts?”, welches eine Intention vorgibt, die kaum zu auf eine ausgewogene Darstellung schließen läßt; andererseit wird dem Leser (und dies sind Hochschulangestellte, Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter) keine eindeutige, neutrale Fakteninformation gegeben. Hier prallen Meinungen aufeinander, die ohne Hintergrundinformationen zu einem verwirrenden Eindruck führen. Warum gab es keinen Überblick zu dem Thema OpenAccess, Heidelberger Appell, causa google? Vielleicht hätte dann manche Vermengung wie OpenAccess und causa google vermieden und tatsächlich informiert werden können. Denn OpenAccess hat nichts mit dem Urheberrecht zu tun. Es ist eine Form der Publikation! So führen die Beiträge letztlich nicht zur Verständigung, sondern zur Verhärtung der Fronten. Schade, hier hätte man mehr erreich können und auch müssen!
Update: das komplette Heft gibt es hier als Pdf-Datei



