Posts Tagged ‘Heidelberger Appell’

“Forschung & Lehre” beschäftigt sich mit OpenAccess

Forschung & Lehre 09/2009: OpenAccess. Wissen für alle oder das Ende des Urheberrechts?

For­schung & Lehre 09/2009: OpenAc­cess. Wis­sen für alle oder das Ende des Urheberrechts?

Die Zeit­schrift For­schen & Leh­ren beschäf­tigt sich in ihrem aktu­el­len Heft Sep­tem­ber 2009 in ihrem Leit­thema mit OpenAc­cess. In Inter­view­form äußern sich die unter­schied­lichs­ten Prot­ago­nis­ten, dadurch erhält der Leser kom­pri­miert Infor­ma­tio­nen, Mei­nun­gen und Ein­drü­cke. Leit­frage in allen Bei­trä­gen ist: inwie­fern ver­letzt OpenAc­cess das (euro­päi­sche) Urhe­ber­recht. Zu Wort kommen:

Eigent­lich ist es schon inter­es­sant, daß es erst jetzt, nach­dem die Dis­kus­sion um den “Hei­del­ber­ger Appell”, causa google etc. schon lange andau­ert, in den Mit­tei­lun­gen des Deut­schen Hoch­schul­ver­ban­des das Thema auf­ge­nom­men wurde. Das zeigt schon eini­ges. Nun ja, aber gut ist es, daß über­haupt das Thema beleuch­tet wird, auch unter ver­schie­de­nen Blick­win­keln. Pro­ble­ma­tisch finde ich zwei Dinge: einer­seits die Wahl der Leit­über­schrift “OpenAc­cess. Wis­sen für alle oder das Ende des Urhe­ber­rechts?”, wel­ches eine Inten­tion vor­gibt, die kaum zu auf eine aus­ge­wo­gene Dar­stel­lung schlie­ßen läßt; ande­rer­seit wird dem Leser (und dies sind Hoch­schul­an­ge­stellte, Pro­fes­so­ren, wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter) keine ein­deu­tige, neu­trale Fak­ten­in­for­ma­tion gege­ben. Hier pral­len Mei­nun­gen auf­ein­an­der, die ohne Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu einem ver­wir­ren­den Ein­druck füh­ren. Warum gab es kei­nen Über­blick zu dem Thema OpenAc­cess, Hei­del­ber­ger Appell, causa google? Viel­leicht hätte dann man­che Ver­men­gung wie OpenAc­cess und causa google ver­mie­den und tat­säch­lich infor­miert wer­den kön­nen. Denn OpenAc­cess hat nichts mit dem Urhe­ber­recht zu tun. Es ist eine Form der Publi­ka­tion! So füh­ren die Bei­träge letzt­lich nicht zur Ver­stän­di­gung, son­dern zur Ver­här­tung der Fron­ten. Schade, hier hätte man mehr erreich kön­nen und auch müssen!

Update: das kom­plette Heft gibt es hier als Pdf-Datei

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09 2009

OpenAccess-Tagung im Frankfurter Literaturhaus – Meinungen und Links

In die­ser Woche fand im Frank­fur­ter Lite­ra­tur­haus die Tagung zum “Hei­del­ber­ger Appell” statt, die ers­ten Stim­men dazu sind nun im Netz erschie­nen (auch wenn es wohl ein Wider­spruch zur Hal­tung man­cher Teil­neh­mer sein mag ;-) ). Wir konn­ten daran lei­der nicht teil­neh­men, haben aber inter­es­siert die ver­schie­de­nen Bericht sofort gele­sen. Faßt man die Grund­in­for­ma­tio­nen zusam­men, scheint die Tagung nur eine reale Wider­gabe des Hei­del­ber­ger Appells gewe­sen zu sein: Ver­mi­schung von Begrif­fen, die über­haupt nichts damit zu tun haben; kein Ein­ge­hen auf die Argu­mente der jewei­li­gen Seite; nur eine Schein­dis­kus­sion; Vor­tra­gende, die nur einer Dis­kus­si­on­s­eite ange­hör­ten. Schade!

Unsere Posi­tion zum Hei­del­ber­ger Appell fin­den sie hier.

Es ist Zeit, daß diese Dis­kus­sion nun end­lich pole­misch frei und sach­be­zo­gen geführt wird. Dazu gehört auch eine genaue Anwen­dung der Begriffe causa google, OpenAc­cess und elek­tro­ni­sches Publi­zie­ren! Solange dies nicht geschieht, wer­den sich die Fron­ten verhärten.

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07 2009

“Heidelberger Appell” – ab wann wird eine Diskussion nur noch grotesk?

Gerade aktu­ell im IBI-Weblog den ers­ten Hin­weis zum Heise-Artikel gele­sen, dann den Bei­trag selbst auf Heise. Die ganze Debatte (kann man sie eigent­lich über­haupt noch so bezeich­nen?) nimmt zuneh­mend gro­tes­kere Züge an. Gut, eigent­lich wäre es hier an der Stelle gebo­ten, auch den Ori­gi­nal­bei­trag von Roland Reuß zu lesen, um nicht irgend­wel­chen Aus­zü­gen, die miß­in­ter­pre­tiert wer­den könn­ten, auf dem Leim zu gehen. Nur stellt sich mir hier die Frage, kann/darf man ab einem Punkt, an dem die Dis­kus­sion sich so wan­delt und erst­mal, was die Fak­ten betrifft, nichts neues bringt, über­haupt noch die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen sam­meln und lesen? Ist der Punkt schon erreicht? Natür­lich ist es legi­tim, in solch einer Debatte auch seine Mei­nung kund zu tun und auf Feh­ler oder Übertreibungen/unangebrachte Ver­glei­che in der Dis­kus­sion hin­zu­wei­sen, wie es der IBI-Weblog getan hat (neben­bei ich fand den Arti­kel gut), oder noch­mals neu­este Hin­weise in der Debat­ten­folge, wie es im Heise-Artikel getan wurde,  zu geben. Aber ich frage mich all­ge­mein, sind wir nicht wirk­lich bald an dem Punkt ange­langt, wo jeder Bei­trag zum “Hei­del­ber­ger Apell” à la Mei­nungs­kund­tu­ung ihm mehr Auf­merk­sam­keit zubil­ligt, als es für die Dis­kus­sion dien­lich ist? Nicht das wir uns noch zu Hand­lan­gern einer auf­ge­bläh­ten, vom eigent­li­chen Ziel abge­kom­me­nen Debat­ten­füh­rung mutie­ren. Wäre es jetzt nicht lang­sam gebo­ten, daß die ers­ten und gro­ßen Anlauf­stel­len der Buch­bran­che (bei­spiels­weise Bör­sen­ver­ein oder Deut­scher Biblio­theks­ver­band) ein­zeln oder sogar gemein­sam eine wirk­li­che Dis­kus­si­ons­platt­form schaf­fen, die von neu­tra­len und fak­ten­ge­sät­tig­ten Infor­ma­ti­ons­samm­lun­gen zu den Streit­the­men causa google, elek­tro­ni­sche Publi­ka­tion und OpenAc­cess beglei­tet wird? Schließ­lich wer­den die Kern­fra­gen hier zum Poli­ti­kum, dem mei­ner Mei­nung nach momen­tan eine  wirk­lich aus­ge­wo­ge­nen Grund­lage und gedank­li­che Ziel­ge­nau­ig­keit fehlt.

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08

05 2009

Heiße Diskussion um den “Heidelberger Appell” – unsere Position dazu

Seit eini­gen Wochen wird auf diver­sen Platt­for­men im Netz und nun auch in den Print­me­dien eine heiße Dis­kus­sion um den “Hei­del­ber­ger Appell” geführt, zu dem wir unsere Gedan­ken auch schon mal aus­ge­führt haben (siehe dazu auch unse­ren Blog­ein­trag vom 14. April 2009). Da nun auch bekannte Poli­ti­ker (Jus­tiz­mi­nis­te­rin Bri­gitte Zypries und Kul­tur­staats­mi­nis­ter Bernd Neu­mann) sich für den “Hei­del­ber­ger Appell” aus­spre­chen und ihn unter­stüt­zen, ist dies für uns ein will­kom­me­ner Anlaß, uns zu die­ser Dis­kus­sion zu positionieren.

Zunächst ist fest­zu­hal­ten, um was es beim “Hei­del­ber­ger Appell” über­haupt geht: hier wird die Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen durch die mas­sive Ein­scan­nung von Büchern durch die Firma Google (causa google) mit einer For­de­rung nach der Frei­heit der Publi­ka­ti­ons­form und dem freien Zugang zu den Ergeb­nis­sen und Fach­ver­öf­fent­li­chun­gen der öffent­lich finan­zier­ten For­schung (Stich­wort OpenAc­cess) ver­mengt. Und an die­ser Stelle liegt die Krux in der Dis­kus­sion. Denn es geht hier um drei ver­schie­dene Dinge, die in einen Topf gewor­fen wor­den sind und nichts mit­ein­an­der zu tun haben. Es erstaunt da schon sehr, daß dies in der Mehr­heit abso­lut unkri­tisch von den Dis­kus­si­ons­teil­neh­mern hin­ge­nom­men wird.

Wie posi­tio­niert sich nun der Meine Ver­lag zu die­ser Diskussion?

  1. Wir wün­schen uns eine genaue und sau­bere Defi­ni­tion und Anwen­dung der Begriffe bzw. Dis­kus­si­ons­punkte Urheberrechtsverletzung/causa google, digi­tale Publi­ka­tion und OpenAccess.
  2. Der Meine Ver­lag spricht sich klar und deut­lich gegen jeg­li­che Form von Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen aus.
  3. Wir sehen sowohl in der digi­ta­len Publi­ka­tion, als auch in der Bewe­gung OpenAc­cess jeweils eine Mög­lich­keit, For­schungs­er­geb­nisse aus der Wis­sen­schaft ver­öf­fent­li­chen zu kön­nen und somit dem For­schungs­dis­kurs zur Ver­fü­gung zu stel­len (aus­führ­lich hierzu unser Blog­bei­trag vom 14. April 2009).
  4. Von einer Wahl­frei­heit der Publi­ka­ti­ons­form kann in der For­schung nicht gespro­chen wer­den. Es beste­hen z. T. mas­sive hier­ar­chi­sche Bar­rie­ren bei Ver­öf­fent­li­chun­gen. Hier sei auf das Bei­spiel ver­wie­sen, daß Dok­to­ran­den nur im gerin­gen Maße über die Form oder den Ver­lag bei der Ver­öf­fent­li­chung ihrer Dis­ser­ta­tion ent­schei­den dür­fen. Viel­mehr wird ihnen sei­tens des Dok­tor­va­ters die Reihe oder der Ver­lag vor­ge­schrie­ben. Wo hat da noch der Dok­to­rand seine Wahl­frei­heit, fra­gen wir uns. Aus Forschungs-, Biblio­theks– und Steu­er­zah­ler­per­spek­tive ist die Emp­feh­lung der DFG, daß Auto­ren den Zugang zu ihren Ergeb­nis­sen aus steu­er­fi­nan­zier­ter For­schung der Gesell­schaft ein­fach macht, rich­tig. Es ist Auf­gabe der Ver­lage, hier ent­spre­chende wirt­schaft­lich funk­tio­nie­rende Publi­ka­ti­ons­mo­delle zu entwickeln.
  5. Wir begrü­ßen eine sach­lich geführte Dis­kus­sion um die Punkte elek­tro­ni­sche Publi­ka­tion und OpenAc­cess, die lei­der mit dem “Hei­del­ber­ger Appell” aber nicht geführt wird.

Letzt­lich bleibt noch anzu­mer­ken, daß die wider­sprüch­li­che Posi­tio­nie­rung des Bör­sen­ver­eins des Deut­schen Buch­han­dels schon erstaunt. Einer­seits wird mit viel Auf­wand und Bewer­bung das Online-Portal “libreka” ein­ge­führt, was nicht nur als Voll­text­su­che für gedruckte Bücher gedacht ist, son­dern viel­mehr auch als Por­tal zum Erwerb von E-Books. Ande­rer­seits wird unkri­tisch jede “Erfolgs­mel­dung” zum “Hei­del­ber­ger Appell” über den News­let­ter und Ticker ver­schickt. Wider­spricht sich denn an die­ser Stelle nicht der Bör­sen­ver­ein sich selbst und unter­stützt damit in letz­ter gedach­ter Kon­se­quenz nicht einen Feld­zug gegen sein eigene Online-Plattform?

Diese Dis­kus­sion um OpenAc­cess und digi­ta­ler Publi­ka­tion darf nicht zu einer Hexen­jagd aus­ar­ten. Damit stellt sich sowohl die For­schungs­ge­mein­schaft, als auch die Buch­bran­che ein eige­nes Bein, wie es die Musik­bran­che vor ein paar Jah­ren schmerz­lich erfah­ren mußte. Denn in den USA sind die Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer schon ein gan­zen Schritt wei­ter, wie das Bei­spiel des Natio­nal Insti­tu­tes of Health (NIH) zeigt (hierzu der Bei­trag von Richard Siet­mann: Hei­del­ber­ger Halali. Streit um OpenAc­cess und Urhe­ber­rechte, in: c’t 10/09).

Wei­tere Informationen

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04 2009