Posts Tagged ‘Kanada’

Alles nur Zufall? Kanadakolumne #016

In die­ser Woche ist es bis­her noch Nie­man­dem gelun­gen, uns mit (hoch-)prozentigen Geträn­ken „über zu ver­sor­gen“ und einen Bären­an­griff hat es erfreu­li­cher­weise auch (noch) nicht gege­ben. Diese güns­tige Aus­gangs­lage erlaubt es mir, ein wenig zurück­zu­den­ken und dar­über zu phi­lo­so­phie­ren, was es mit Zufäl­len und Begeg­nun­gen so auf sich hat. Schon wäh­rend unse­rer letz­ten grö­ße­ren Rei­sen (Jakobsweg/Spanien und Island) sind Conny und ich häu­fig zum rich­ti­gen Zeit­punkt auf genau die rich­ti­gen Men­schen getrof­fen. Sie haben uns ent­we­der geo­gra­fisch ein Stück­chen voran gebracht oder uns mit ihrer Herz­lich­keit und Wärme fas­zi­niert. Neh­men wir das ver­gan­gene Wochen­ende: Cor­ne­lia und ich erwi­schen ver­se­hent­lich die fal­sche Ein­fahrt. Prompt lan­den wir bei einer gast­freund­li­chen Cam­per­runde und schip­pern mit Bacardi Bree­zer zu Coun­try Musik über einen male­ri­schen See, des­sen Ufer und Inseln mit präch­ti­gen Nadel­bäu­men gesäumt sind. Gehen wir aber mal ein gan­zes Stück­chen zurück: Als wir am 31. März in Vic­to­ria ange­kom­men sind, hat­ten wir weder eine Han­dy­num­mer von unse­rem Ver­mie­ter noch ein funk­tio­nie­ren­des Mobil­te­le­fon. Den­noch haben wir die erste Nacht nicht im Vor­gar­ten ver­brin­gen müs­sen, weil unser Haus­be­sit­zer exakt in dem Moment die Straße hin­auf fuhr, als wir uns schwit­zend mit 80 Kilo­gramm Gepäck durch die Nach­bar­schaft kämpf­ten. Er konnte uns zwar die Kof­fer nicht abneh­men, aber immer­hin die Schlüs­sel aus­hän­di­gen und uns per­sön­lich in die Geheim­nisse sei­ner Zet­tel­bot­schaf­ten (im gesam­ten Haus ver­teilt) ein­wei­sen. Dem Zufall sei Dank!
Als wir im Mai mit unse­rer Kre­dit­karte „Schlaf­los in Seat­tle“ spiel­ten, haben wir sofort nach unse­rer Ankunft eine über­ra­schende und lie­bens­wür­dige Begeg­nung gehabt.
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22

07 2010

Die Kreditkarte kennt den Weg! Kanadakolumne #008

Diese Woche haben wir Besuch bekom­men: Conny’s Freun­din Sil­vana hat den wei­ten Weg aus dem Vogt­land bis an die kana­di­sche West­küste auf sich genom­men, um uns zu sehen. Sie ist auf ihrer wei­ten Reise aller­dings nie allein gewe­sen, denn ihre Kre­dit­karte hat sich als sehr treuer Weg­ge­fährte ent­puppt. Ihren ers­ten Ein­satz hatte die kleine Plas­tik­chip­karte im Duty Free Shop in Mün­chen. Dort musste sie näm­lich eine Fla­sche Rum finan­zie­ren. In Toronto hat die Spi­ri­tuose jedoch für schwa­che Ner­ven und ordent­li­chen Zeit­druck gesorgt, als Sil­vana erfah­ren musste, dass der Alko­hol nicht wie­der mit ins Hand­ge­päck darf. Ihr Kof­fer war schon längst auf dem Weg in das Flug­zeug, sodass der Rum – ver­packt in einem Kar­ton – sepa­rat auf­ge­ge­ben wer­den musste. Zum Glück sind Sil­vana, ihre Kre­dit­karte und der Rum pünkt­lich bei uns in Vic­to­ria ange­kom­men. Bei der Begrü­ßung müs­sen wir aller­dings vor­sich­tig sein, denn Sil­vana hat sich auf dem Inlands­flug zwi­schen Toronto und Vic­to­ria die „Kana­di­sche Rüs­sel­pest“ zuge­zo­gen.
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28

05 2010

Ein One-Night-Stand mit einem Korkenzieher Kanadakolumne #006

Es ist dun­kel drau­ßen und ein sanf­ter Wind wiegt die Bäume im Gar­ten. In mei­nem Zim­mer brennt noch Licht und ich bli­cke durch die gro­ßen Veran­da­tü­ren in den düs­te­ren Vor­gar­ten und ich genieße die ange­bro­chene Nacht. Im Haus ist es ruhig. Bis auf Cor­ne­lia schei­nen alle Mit­be­woh­ner das Weite gesucht zu haben. Der Ame­ri­ka­ner ist schon vor Wochen aus­ge­zo­gen und der ver­spro­chene Nor­we­ger exis­tiert wahr­schein­lich über­haupt nicht. Urplötz­lich durch­drin­gen zwei Stim­men die Nacht und hau­chen der aus­ge­stor­be­nen WG Leben ein. Eine Män­ner– sowie eine Frau­en­stimme erklim­men die hel­len Holz­trep­pen und dre­hen im Ober­ge­schoss die Dusche an. Zur Lösung die­ses Fal­les, ziehe ich Cor­ne­lia zu Rate. Unsere Ant­wort steht schnell fest: Es gibt ihn doch, den mys­te­riö­sen Nor­we­ger und er hat Damen­be­such. Wochen­lang ist alles ruhig und nun schleppt unser Mit­be­woh­ner gleich einen One-Night-Stand ins Haus. Vor­sichts­hal­ber benutze ich Ohro­pax und genieße erst ein­mal eine ruhige Nacht. Am fol­gen­den Mor­gen kochen Conny und ich Kaf­fee und ver­neh­men Schritte.
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13

05 2010

Bärenalarm im Garten! Kanadakolumne #005

Fünf­ter Mai: Noch immer kei­nen Squash­ball ins Auge bekom­men. Som­mer­fi­gur gleicht aller­dings auch noch der Win­ter­fi­gur. Immer­hin keine Gewichts­zu­nahme. Und das trotz aus­ge­dehn­ter Schlem­mer­abende anläss­lich eines run­den Geburts­ta­ges. (Das Geburts­tags­kind möchte unbe­kannt blei­ben.) Die Fei­er­lich­kei­ten haben wir am ver­gan­ge­nen Mitt­woch mit dem erneu­ten Besuch unse­res Eng­lisch­kur­ses in der Innen­stadt ein­ge­lei­tet. Der Unter­richt ist gra­tis, weil ange­hende Leh­rer sich an uns Fremd­sprach­lern aus­pro­bie­ren. Dazu gehö­ren – bis auf uns – nur Asia­ten. Wir sit­zen also auch diese Woche wie­der brav im Klas­sen­zim­mer und bil­den den blon­des­ten Farb­tup­fer im Raum. Weil unsere Mit­schü­ler so lebens­froh und auf­ge­schlos­sen sind, gehen wir mit „Akino“ und „Kana“ im Anschluss an den Kurs in unsere gemüt­li­che Tapa-Bar. Akino und Kana sind zwei freund­li­che Japa­ne­rin­nen, die zum Stu­die­ren bzw. Arbei­ten nach Kanada gekom­men sind. Ihr Eng­lisch ist auf ähnli­chem Niveau wie unse­res und wir kön­nen uns super ver­stän­di­gen. Wir essen mexi­ka­ni­sche Chips und Oli­ven und genie­ßen dazu einen spa­ni­schen Weiß­wein. Das war aller­dings nur der Anfang.
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06

05 2010

“3er-Pasch”. Kanadakolumne #003

Ich ver­nehme ein lei­ses Pol­tern aus dem Kel­ler­ge­schoss. Mit einem Knall fliegt meine Zim­mer­tür auf und der Kel­ler­mensch steht im Bären­kos­tüm vor mei­nem Bett und brüllt laut. Sein unfreund­li­ches Gebrumme ver­wan­delt sich plötz­lich in wir­res Geklin­gel und über­all blin­ken knall­bunte Lich­ter. Ich schre­cke hoch und wache schweiß­ge­ba­det auf. „Puh! Nur ein Traum!“, denke ich erleich­tert. Die Rea­li­tät sieht näm­lich viel bes­ser aus: Heute ist Sams­tag und wir flie­gen nach LAS VEGAS!!!  Ein Hoch auf unsere erfolg­rei­che Schnäppchen-Jagd im Rei­se­büro!  Unser Flie­ger gehört aller­dings eher in die Kate­go­rie „Spiel­zeug fürs Kin­der­zim­mer“ und vor dem Start muss die Ste­war­dess die Flug­gäste so plat­zie­ren, dass die gesamte Pas­sa­gier­masse opti­mal im Flie­ger ver­teilt sitzt. Natür­lich trifft es uns und wir wer­den umquar­tiert, wäh­rend im Gang neben uns eine schwer­ge­wich­tige US-Amerikanerin thront …
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22

04 2010

Kellermenschen, Kaninchen und knackige Getränkepreise. Kanadakolumne #002

Lang­sam schiebe ich die Tür zum Bade­zim­mer auf: Ein mäch­ti­ger Bär in einem Putz­kit­tel steht in unse­rem Bad und schrubbt emsig Dusche, Klo­schüs­sel und Fuß­bo­den. Ich bin beein­druckt und habe gar keine Angst. Aber gut: Scherz bei­seite! Das Bad mit Eigen­le­ben wurde am Tag nach unse­rer stra­pa­ziö­sen Ankunft von der Gat­tin des Ver­mie­ters in stun­den­lan­ger, müh­sa­mer Arbeit von Grund auf gerei­nigt. Sogar so gut, dass sich nun auch Deut­sche darin wohl­füh­len kön­nen und wir bereit sind die Miete zu bezah­len. Dafür wer­den wir am fol­gen­den Mor­gen mit einem Strom­aus­fall belohnt, der uns bis zum Nach­mit­tag in den war­men Schlaf­sä­cken gefan­gen hält und hei­ßen Kaf­fee erst nach 15 Uhr ermög­licht – so etwas sollte ver­bo­ten wer­den! Das Oster­wo­chen­ende ver­brin­gen wir in der wun­der­schö­nen Innen­stadt am Hafen. Ostern wird hier zwar auch gefei­ert, aber so fana­tisch wie in Syd­ney (Aus­tra­lien) geht es hier nicht zu.
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15

04 2010

Angepöbelt, vergöttert und beschimpft: Magdeburg-Frankfurt-New York-Vancouver. Kanadakolumne #001

Erste Impressionen - New YorkBahn­fahrt Magdeburg-Frankfurt: Noch keine Bären in Sicht. Dafür aber ein pene­tran­ter, mür­ri­scher Opa, der unbe­dingt dort sit­zen möchte, wo sich unsere 80 Kilo­gramm Rei­se­ge­päck sta­peln. Der Schaff­ner ist uns gut geson­nen und schickt den Herrn auf einen ande­ren der unzäh­li­gen freien Sitz­plätze. Nach die­ser lieb­lo­sen Begeg­nung schlie­ßen wir Bekannt­schaft mit einem Betrun­ke­nen, der uns erst pau­sen­los anbag­gert und am Ende der Zug­fahrt wut­ent­brannt schreit: ICH HASSE OSSIS! Wir füh­len uns ange­spro­chen und müs­sen laut lachen. Wir sagen: „Thank you for tra­vel­ling with Deut­sche Bahn!“ und sind gespannt auf den New York– Flug mit AIR INDIA.

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08

04 2010