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AEON – Forum für junge Geschichtswissenschaft ist auf Wikipedia vertreten

LogoAEON – Forum für junge Geschichts­wis­sen­schaft (ein OpenAccess-Fachjournal auf Wissens-Werk.de) ist jetzt auch mit einem Arti­kel in einem der wohl meist­ge­nutz­ten Online-Lexika, der Wiki­pe­dia, ver­tre­ten. Der Meine Ver­lag freut sich über diese gute Nach­richt mit den Her­aus­ge­bern und der Redaktion.

Herz­li­chen Glückwunsch.

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10

12 2009

Petition: Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen

Lars Fischer reichte am 20.10.2009 im Deut­schen Bun­des­tag die Online-Petition zu „Wis­sen­schaft und For­schung – Kos­ten­lo­ser Erb­werb wis­sen­schaft­li­cher Publi­ka­tio­nen“ ein. Er for­dert darin die Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges auf, einen Beschluß zu fas­sen, wis­sen­schaft­li­che Publi­ka­tio­nen, die aus öffent­lich geför­der­ter For­schung her­vor­ge­hen, allen Bür­gern kos­ten­frei zugäng­lich zu machen. Des­wei­te­ren sol­len Insti­tu­tio­nen, die staat­li­che For­schungs­gel­der auto­nom ver­wal­ten, ent­spre­chende Vor­schrif­ten erlas­sen und tech­ni­sche Vor­aus­set­zun­gen dazu schaf­fen. Nach heu­ti­gem Stand (28. Novem­ber 2009) haben 16024 Per­so­nen die Peti­tion mitunterzeichnet.

Wir (der Ver­le­ger und seine Mit­ar­bei­ter) sind hin­sicht­lich der For­de­rung sehr zwie­ge­spal­ten. Ohne Zwei­fel ist die dahin­ter ste­ckende Idee nicht schlecht und logisch nach­voll­zieh­bar. Nur erscheint uns das Ganze zu „kurz gesprun­gen“ zu sein. Im Fol­gen­den wer­den wir einige Beden­ken äußern, sowohl aus der spe­zi­el­len Posi­tion der Wis­sen­schaft­ler (u. a. als Dok­to­ran­den), als auch aus der all­ge­mei­nen Sicht. Vor­weg: der Meine Ver­lag bekennt sich zu OpenAc­cess und hat mit Wissens-Werk.de (u. a. AEON – Forum für junge Geschichts­wis­sen­schaft) eine eigene Platt­form dafür geschaf­fen. Also wir sind kein “böser” Ver­lag, der hier seine Felle davon schwim­men sieht ;-) .

  • Zunächst stellt sich für uns die Frage, was ist öffent­lich geför­derte For­schung. So klar, wie es auf den ers­ten Blick scheint, ist es näm­lich nicht, wie jeder, der an einer Uni­ver­si­tät wis­sen­schaft­lich gear­bei­tet hat, weiß. Die For­men öffent­li­cher För­de­rung ist viel­fäl­tig, mit Zwi­schen­stu­fen, nicht immer klar defi­niert mit dem Blick auf das Ganze. Ganz klar gibt es öffent­li­che Gel­der zu For­schungs­zwe­cken (DFG bei­spiels­weise). Aber ande­rer­seits gibt es auch pri­vate Gel­der, die über die Uni­ver­si­tä­ten an die Emp­fän­ger gehen: bei­spiels­weise Sach­mit­tels­ti­pen­dien in Höhe von weni­gen hun­dert Euros, die aus einer pri­va­ten Stif­tung über die Uni­ver­si­tät ver­teilt wer­den. Oder von der DFG geför­derte Gra­du­ier­ten­kol­legs, deren Sti­pen­dia­ten ihr Lebens­un­ter­halt aus eige­nen Mit­teln finan­zie­ren müs­sen. Die DFG stellt dann eben die Gel­der für die Infra­struk­tur etc. des Stu­di­en­gan­ges. Was ist mit den Tau­sen­den von Dok­to­ran­den, die indi­vi­du­ell bei ihrem Dok­tor­va­ter pro­mo­vie­ren, aber tat­säch­lich nichts mit der Uni­ver­si­tät zu tun haben (keine Anstel­lung etc.), den­noch durch die Betreu­ung (Sprech­stunde, spe­zi­elle Semi­nare etc.) staat­li­che Gel­der für ihre For­schung in Anspruch neh­men (streng logisch gedacht!)?

Fazit: Zunächst muß genau defi­niert wer­den, was öffent­lich geför­derte For­schung ist!

  • Nach dem deut­schen Urhe­ber­rechts­ge­setz ist das Urhe­ber­recht Teil des Per­sön­lich­keits­rech­tes. Also der Urhe­ber bestimmt aus freiem Wil­len, was mit der Ver­wer­tung sei­nes Wer­kes geschieht. Es kann nicht von der Per­son los­ge­löst wer­den. (Des­we­gen über­tra­gen Auto­ren Ver­la­gen Nut­zungs­rechte! Die­ser Punkt wird lei­der in vie­len Dis­kus­sio­nen nicht streng genau beach­tet.) Wenn uns aber nun vor­ge­schrie­ben wird, wo und wie wir unser Werk publi­zie­ren, ver­letzt es unsere Per­sön­lich­keits­rechte. Hier besteht also ein Wider­spruch zwi­schen der For­de­rung in der Peti­tion und der aktu­el­len Gesetzeslage.
  • Durch das Grund­ge­setz abge­si­chert ist eine freie For­schung und Lehre (Art. 5 Abs. 3 GG: „Kunst und Wis­sen­schaft, For­schung und Lehre sind frei.“). Zur For­schung gehört ele­men­tar und nicht abkop­pel­bar die Publi­ka­tion der For­schungs­er­geb­nisse. Durch eine Zwangs­ver­pflich­tung zu OpenAc­cess wäre die­ses Grund­recht nicht nur tan­giert, son­dern beschnit­ten. Schon aus die­sem Grund ist die Peti­tion nicht mit dem Grund­ge­setz vereinbar.
  • In wel­cher Form sol­len die Werke als OpenAc­cess vor­lie­gen? Zwei­ver­wer­tung (grü­ner Weg) oder Erst­pu­bli­ka­tion (gol­de­ner Weg)? Nach wel­cher Rechts­form (diverse CC-Lizenzen sind mög­lich) sol­len sie ver­legt wer­den? Wer ent­schei­det dar­über? Wo sol­len sie gela­gert wer­den? Auf einem zen­tra­len staat­li­chen Ser­ver, aber wel­cher Insti­tu­tion dann? Wie lange sol­len sie zugäng­lich sein? Wer ist für die Ver­wal­tung, Regis­trie­rung etc. zustän­dig? Wie soll das Ganze finan­ziert wer­den? Wel­che Lay­out­form sol­len sie haben, wer setzt die Werke, gibt es da Vor­schrif­ten? In kon­se­quen­ter Fort­füh­rung der Gedan­ken ent­steht ein staat­li­cher Zwangs­ver­lag, der so ein Mono­pol erhält. Uns macht das Angst!
  • Ein letz­ter Gedanke: was ist mit den For­schungs­er­geb­nis­sen, die pri­va­tim (Pri­vat­gel­der oder aus der freien Wirt­schaft) ent­stan­den sind. Diese For­scher dür­fen ja letzt­lich den Weg ihrer Publi­ka­tion frei wäh­len. Leicht kann es dazu kom­men, daß hier eine Zwei­klas­sen­wis­sen­schaft ent­steht: staat­lich geför­derte hier, private/aus freier Wirt­schaft geför­derte dort. (Die Frage ist, was macht man mit denen, die aus gemisch­ten Finan­zie­run­gen ent­stan­den sind?) Es ent­steht keine gesunde Kon­kur­renz, die sich aus dem Inhalt/Ergebnisse speist, son­dern aus ihrer Publi­ka­ti­ons­form, wobei ein Part auf eine bestimmte zwangs­fest­ge­legt wird. Ob das gut ist, ist fraglich.

Ohne Frage för­dert OpenAc­cess die Wis­sen­schaft. Ohne Frage ist es nicht in Ord­nung, wenn Ver­lage nicht nur an den hohen Druck­kos­ten, son­dern letzt­lich auch an den Auto­ren abge­ge­be­nen Arbeit wie Satz, Wer­bung etc. und den hohen Ver­kaufs­prei­sen kräf­tig ver­die­nen. Ohne Frage soll der Zugang zu Wis­sen mög­lichst leicht und kos­ten­frei, zumin­dest kos­ten­güns­tig sein. Aber der staat­li­che Zwang zu OpenAccess-Publikationen erscheint uns – vor allem bezüg­lich der offe­nen Fra­gen – nicht der rich­tige Weg zu sein. Viel mehr sollte die Idee, die Frei­wil­lig­keit durch Anreiz­schaf­fung geför­dert wer­den! Sonst besteht die Gefahr, daß Zustände ein­tref­fen wer­den, die nicht in der gut gemein­ten Inten­tion der Peti­tion liegen.

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28

11 2009

AEON macht Fortschritte

Die inno­va­tive Online– und OpenAc­cess­zeit­schrift “AEON — Forum für junge Geschichts­wis­sen­schaft” macht in ihrer Grün­dungs– und Auf­bau­phase Fort­schritte. Mitt­ler­weile hat sich ein Her­aus­ge­ber­gre­mium sowie erste Redak­teure gefun­den, die eine neue Her­aus­for­de­rung – gerade auch für die Geschichts­wis­sen­schaft – ange­hen, die Wis­sen­schaft im Netz. Neue Publi­ka­ti­ons­for­men und alter­na­tive Wege, Inhalte aus der Wis­sen­schaft wie­der auf schnelle Art und Weise der Wis­sen­schaft zur Ver­fü­gung zu stel­len und dabei die Pro­ble­ma­tik von Nut­zungs­rech­ten an den Inhal­ten anzugehen.

AEON wird über die Publi­ka­ti­ons­form Wissens-Werk.de als OpenAccess-Journal des Meine Ver­lags ab Okto­ber 2009 erschei­nen. Dazu haben die Her­aus­ge­ber ein Exposé sowie erste Auto­ren­hin­weise ver­fasst – für Inter­es­sierte und natür­lich poten­ti­elle Autoren.

Wei­tere Informationen

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02

07 2009

OpenAccess fördert die Wissenschaft!

Chris­toph Drös­ser behan­delt in sei­nem Arti­kel “Das Den­ken ist frei” (DIE ZEIT, 08.04.2009 Nr. 16) sehr gut und leicht nach­voll­zieh­bar die Vor­teile von OpenAc­cess für die Wis­sen­schaft. Eigent­li­cher Aus­gangs­punkt für seine Über­le­gun­gen ist der “Hei­del­ber­ger Appell”, ein Unter­schrif­ten­auf­ruf des Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­lers Roland Reuß gegen Google (mas­sive Ein­scan­nung von Büchern, ohne Ver­wer­tungs­rechte an ihnen zu besit­zen) und OpenAc­cess. Mit sei­nem abso­lut lesens­wer­ten Arti­kel weist er noch­mal aus­drück­lich auf die Unter­schei­dung zwi­schen der causa Google und OpenAc­cess hin.

In sei­ner Erklä­rung gegen OpenAc­cess geht Roland Reuß in einem wei­ten Bogen auf die För­de­rung von der Publi­ka­ti­ons­form “OpenAc­cess” durch die DFG, über die Nach­teile von OpenAc­cess für die Auto­ren (angeb­li­che Urhe­ber­recht­s­ein­schrän­kung) bis zur Ver­pflich­tung von Wis­sen­schaft­ler an eini­gen Uni­ver­si­tä­ten (z. B. Zürich), ihre Publi­ka­tio­nen als OpenAc­cess in einer Daten­bank zur Ver­fü­gung zu stel­len, ein.

Beim Lesen des Arti­kels und des Auf­rufs sind mir fahr­läs­sige Benut­zung der Begriffe und Bedeu­tun­gen von OpenAc­cess, Online­pu­bli­ka­tion und Urhe­ber­recht auf­ge­fal­len, beson­ders schlimm im Hei­del­ber­ger Appell. Zunächst ein­mal liegt hier in Deutsch­land das Urhe­ber­recht immer beim Autor. Der Autor ver­gibt Nut­zungs­rechte! Diese begriff­li­che Unter­schei­dung und die genaue Anwen­dung ist in solch einer Dis­kus­sion uner­läß­lich! Wer dar­auf nicht ach­tet, ver­gibt Argu­mente in sei­ner Dis­kus­sion – so auch bei Reuß. Des­wei­te­ren schmeiße bitte kei­ner die Begriffe OpenAc­cess und Online­pu­bli­ka­tion in einen Topf. Es ist nicht ein und das­selbe, son­dern zwei ver­schie­dene Dinge! Online­pu­bli­ka­tion ist eben eine elek­tro­ni­sche Publi­ka­ti­ons­form, für die genau wie für eine gedruckte ein Ent­gelt ver­langt wird. Dage­gen ist bei OpenAc­cess der freie Zugang für Autor und Leser der Haupt­cha­rak­ter. Frei bedeu­tet auch kos­ten­los! Und dies hat viele Vor­teile für die Wis­sen­schaft, vor allem für eine Wis­sen­schaft, die sich durch extreme Spe­zia­li­sie­run­gen und star­ken hier­ar­chi­schen Struk­tu­ren aus­zeich­net. Denn eins wird in der Dis­kus­sion gerne unter den Tisch fal­len­ge­las­sen: es gibt in der Wis­sen­schaft gerade für junge Wis­sen­schaft­ler beim Publi­zie­ren zum Teil enorme hier­ar­chi­sche Bar­rie­ren! An die­sem Punkt setzt OpenAc­cess, in einer ver­nünf­ti­gen Form gegos­sen (Peer review-Verfahren), regu­lie­rend und dis­kurs­för­dernd ein. Der Meine Ver­lag setzt sich mit sei­nem OpenAc­cess–Pro­jekt “Wis­sens­Werk” für die­sen Gedan­ken ein. Wir, die wir selbst als Dok­to­ran­den aus der For­schung ent­stam­men, sind der fel­sen­fes­ten Über­zeu­gung, daß Wis­sen­schaft und For­schungs­dis­kurs eines freie­ren Aus­tau­sches bedarf. Daher enga­gie­ren wir uns mit unse­rem Pro­jekt Wis­sens­Werk. Um Miß­ver­ständ­nis­sen vor­weg vor­zu­beu­gen: OpenAc­cess ist eine von drei Publi­ka­ti­ons­for­men. Natür­lich haben wir als Ver­lag ebenso ein Inter­esse daran, gute Bücher in gedruck­ter oder digi­ta­ler Form zu publi­zie­ren, wobei wir als Ver­lag im Gegen­satz zu man­chen Ten­den­zen in der Bran­che Satz und Lay­out gestal­ten und nicht unse­ren Auto­ren über­las­sen. OpenAc­cess und gedruckte/elektronische Publi­ka­tion hat bei­des seine Exis­tenz­be­rech­ti­gung. Der gol­dene Mit­tel­weg muß gefun­den wer­den und daran betei­li­gen wir uns.

Nach­trag und Aktua­li­sie­rung zur Diskussion

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Open-Access-Zeitschriften

Logo der Open-Access-Plattform WissensWerk des Meine Verlags

Logo der Open-Access-Plattform Wis­sens­Werk des Meine Verlags

Es ist für Wis­sen­schaft­ler, die Wis­sen­schaft an sich sowie direkt und indi­rekt daran Betei­ligte eine sinn­volle Sache – das Modell der Open-Access-Zeitschrift. Rasche und unkom­pli­zierte Ver­öf­fent­li­chung von For­schungs­stän­den und –ergeb­nis­sen sind für die Anschluss­fä­hig­keit von Wis­sen unbe­dingt not­wen­dig, aber der Zugang dazu ist ein Kri­te­rium, wel­ches immer schon Pro­bleme berei­tete. Mit einem Open-Access-Journal wird ver­sucht, diese Hürde abzu­bauen; zumin­dest aber tie­fer zu hän­gen. Natür­lich ist aus der Sicht eines Ver­la­ges immer zu fra­gen, womit der not­wen­dige Gewinn erwirt­schaf­tet wird und ohne kos­ten­pflich­tige Bücher und Jour­nale fällt es schwer, die Kos­ten eines Ver­la­ges zu decken – und doch, auch das funk­tio­niert. Zumin­dest gehen wir im Meine Ver­lag davon aus. Davon, dass die posi­ti­ven Sei­ten­ef­fekte eines Open-Access-Journals höher sind als die zu erwar­ten­den Kosten.

Da wir im Meine-Verlag von der Rich­tig­keit und Wich­tig­keit des Kon­zepts Open-Access aus­ge­hen, wer­den wir eine eigene Platt­form dafür ent­wi­ckeln. Diese wird den Namen Wis­sens­Werk tra­gen. Eine erste Zeit­schrift ist bereits in Grün­dung: AEON – Forum für Junge Geschichtswissenschaft.

Blei­ben Sie inter­es­siert! Wir berich­ten regel­mä­ßig über den Fort­gang sowie den Ent­wick­lungs­stand von Open-Access-Zeitschriften, von Wis­sens­Werk und den dazu gehö­ren­den Zeitschriften.

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08

04 2009